Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1888, Bd. 7, H. 1/12)

100 
ganze Zimmer fortwährend in der bezeichneten Weise. Nimmt man 
num irgend ein. Decungsmittel wie Oelfarbe, Politur, Firniß, La> 
oder ähnliches und bestreiht damit alles rohe Holz im Zimmer, so 
hat sich zweierlei geändert, nämlich es ist jetzt nicht bloß der stikige 
üble Geruch, den das: blanke Holz selbst hatte, vers<wunden, sondern 
28 hat sich auch der Geruch der Zimmelhuft ganz einschneidend ge- 
ändert, auch: hier ist der Duft fort. 
Die erste Frage ist: woher kommt der stikige Geruch, den ein 
unpoliertes Holzmöbel mit der Zeit annimmt? Entwielt er sich aus 
dem Holz selbst oder: dringt er vom außen in dasfelbe ein? Diese 
Frage it schr leicht zu entscheiden: wenn man ein blankes Holz längere 
Zeit > einen Pferdestall legt, so ist der fragliche Duft zweifellos der 
na“ rdemist, bringt man es in einen Kuhstall, so riecht es nach 
Kt“ und. legt man es in einen von Menschen bewohnten Raum, so 
ma "at" e3. Die Quelle dieser» Gerüche ist also: hauptsächlich die 
we: nftaung der Lebewesen, die im gleichen Raum sind, oder die ihrer 
Auswurfstoffe, was. übrigens im Grund auf dasselbe hinaus kommt. 
Die zweite Frage ist: Wenn das. Holz eine Anziehungskraft 
für die stinkenden Selbstgifte der Lebewesen hat, warum saugt es. die- 
selben nicht so auf, daß. es als Luftreiniger wirkt? Darauf giebt: 
es keine Antwort als die : 
E3 i:%: Thatsache, daß es Stoffe: giebt, welche wirklich: als Luft- 
reiniger dienen können, weil sie die fraglichen Stoffe entweder wirklich 
verze" ret, wie lebende Pflanzen, oder. vollständig in sich aufsaugen, wie 
z.B. die Holzkohle, so daß man sie gar nicht mehv an ihnen richen kann, 
aber: das blanke -Holz verhält: si eben weder wie die lebende Pflanze 
10" wie die Holzkohle, sondern: dassclbe: 21€" * nur einen: Teil des: 
Sti“ *"9ffes. in sich: hinein und zwischen d*-fom <. *: und einem in der: 
ww don Laft frei bleibenden Rest be "% das 3and der Mole- 
s "ww "fort, so daß lektere» «iedur vv bindert wird, 
ie “Casdiffusion zu fofaen unn in > freie Luft 
| "znm. Es) ist ferner-Thatsaa,e +12 älter cin j9l<es blankes 
7, um s9 stärker ist; dex üble Geruch. de“ es verbreitet. 
* was * bopyor, da3Vein blankes Holz“ein +rmlier Gestank- 
"mm 95% Wir baben "% im dem Stücke 3 .>ei * „egensäßemes? 
gs Ibuftens" Stoffe, deren € mit der ?zit abnimmt und Fhließ-“ 
(iehyfaum'" wahrzunehmen nd umgekehrt folche, die das Gegen-: 
te “tw S3 1 einem äziehungspunkti 4 "valle in ihrem -Be- 
reit 13.54 "0% Fommenden | Difistoffe 5200 den hund: 
deren immces'/m*r in sich und um sich herum ansammeln. Bei solchen 
Stoffen gent. es nun; die: Oberfläche. dersc ben: mit einem“ anderen 
Stoff zu- überziehen, der diese Anziehung'für üble: Gerüche nicht besißt;: 
um den Bänn zu brechen resp. das Band „der Molekularanziehung 
zwischen dem Duft im Holz und. bem äußerhälb, oder vielleicht no< 
besser gesagt das der Oberflächenanziehung zwischen dem Holzyünd
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.