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Drei Auflagen in 6 Monaten! Dieses Buch ist eine wahre Erlösung vom
Vebel. Sie müssen das studieren.
Trozdem müssen Sie bestimmt hierher kommen, denn Sie müssen als ge-
sunder Mensch wieder zur Universität gehen! .
I< hoffe in Ihnen einen Mann zu finden, der Arzt wird, nicht nur um
Geld zu machen -- was als Homöopath so. leicht ist = sondern der fortstudiert,
und um der wahren Wissenschaft und der leidenden Menschheit willen diesen
schönen Beruf ergreift.
Empfehlen Sie 2c. A. Zöpprit.
= Zweiter Brief.
efretariat + 5 %
TERWARBELERN du. Stuttgart, 25. Januar 1888,
Werter “Herr“M". 7!
Mit tiefem Bedauern habe ich die Kunde von dem unerwartet schnellen Ab-
leben Ihres von mir hochgeschätzten Herrn Vaters erhalten und komme, hiermit
Ihnen meine herzliche Teilnahme an diesem schweren Verluste auszusprechen.
Das Resultat der Sektion ist ein ganz merkwürdiges! und wenn ich in Be-
tracht ziehe, daß kürzlich wieder ein eifriger Anhänger. Professor Jägers (Dekan
L. in H.) an Verknöcherung der Herzarterie, ein anderer Wollhemdträger an Herz:-,
Nieren- und Milzleiden gestorben ist, so kann ich immer nur bedauern, daß ich
mit Schuld trage, daß diese so verderbliche Kleidungsweise so viel Eingang ge-
funden hat in Süddeutschland.
Für Sie mag es eine Warnung sein und wenn Sie mir jetßt folgen und
bald hieher kommen, so können Sie bestimmt wieder ganz gesund werden, was ja
jezt nach dem Tode . 45... . . . - . Aber wahrscheinlich steken Sie
breit in der Wolle. Darüber habe ich eine sol<e Menge von Erfahrungen gesam-
melt, daß ich sagen kann, die ungebleichte, nicht geschwefelte Wollwäsche
mat a) nervös, b) disponiert zu Herzfehkern und ce) zu Hämorrhoiden. Darüber
mündlich mehr! Legen Sie ein Mebtsches Filet-Unterjä><hen unter Jhr Wollhemd
und Sie werden sich bald besser fühlen! . .. A, Zöpprit.
Dritter Brief.
Anbei schie ich Ihnen etwas zur Beherzigung. Mein Vater, ein kern-
gesunder, kräftiger: Mann, der in seinem Leben nie krank war und allen schädlichen
Einflüssen getroßt hat, ist ein Opfer der Wolle geworden. Er fühlte sich seit Weih-
nachten zum erstenmale unwohl, ohne daß die Aerzte (sehs an der Zahl, darunter
Professor Erb aus Heidelberg) von der plötzlich hereinbre<henden Katastrophe ihn
hätten retten können. Am 22. Januar d. I. ergab die Sektion eine vollständige
Umwandlung sämtlicher Organe (Herz, Leber, Nieren, Milz) in Fett. Sein Körper-
gewicht hatte während seiner Wollzeit von 160 auf 146 Pfund abgenommen.
: I< trage jekt mit gutem Erfolge die Lahmannsc<en Baumwollhemden
und habe die Umwandlung im „strengsten Winter ohne Schaden vorgenommen.
Anfangs ein leichtes Wollsommerhemd darüber! . . u «ind würde mich
sehr freuen, Sie dort niht mehr in Jägerkleidung zu treffen.
Die Schriftstücke erbitte mir zurü>, sie haben schon eine große Rund-
reise gemacht.
Karlsruhe, 26. April 1888. Mosetter, 8t. m:
Sachlich ist hiegegen folgendes zu sagen:
4. Zu keiner Zeit ist von mir behauptet worden, daß das Woll-
regime ein Universalmittel gegen alle, Krankheiten sei und nie-
mand in: der Wolle sterben könne. Cine solche Behauptung wäre der
Gipfel aller Lächerlichkeit. Dieselbe Bezeichnung verdient dann aber
auch "die Behauptung daß, wenn“ ein Mensch in der Wolle sterbe, das
an sich irgend etwas gegen die Wolle beweise.