Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1888, Bd. 7, H. 1/12)

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vielleiht in der Weise wie obiges Blatt von mir. Erst ein Englän- 
der, nämlich Darwin, und zwar erst nah Verfluß von mehr als 
zwei Menschenaltern, war es, der dur< seine eigenen Forschungen 
auf den vor“Hollenen deutschen Entde>er stieß und der staunenden Ge- 
lebrtmwelt „das Geheimnis der Blumen" zoigta.. von dem jekt alle 
deutichen botanischen Handbücher und alle botanischen Katheder sprechen. 
7 ziner Lehre von der spezifischen Tängung der Pflanzen 
dur: *'s Tiere wird es voraussichtlich genau so gehen wie Sprengels 
Entdeckung: von der spezöfischen Befruchtung: der Entdecker 
und seine Entdeckung werden von ihren Zeitgenossen bloß „ange--efelt“ 
und nach 1 oder 2 Generationen .muß sie ein Ausländer den Lands- 
leuten wied» präsentieren. 
Meine Lehre von der Seele der Landwirtschaft, d. h. dem Dünger *) 
stüßt sich, abgesehen von den speziell:n Toweijen aus Natur, Experi- 
ment und Praxi3 auf folgende Schlußto"gerunoon. 
4. Der biologischen Beziehuna-1 der Tier» zu den Pflanzen sind 
es dreierlei: -das"Tier:Frißt die Gam m e3 1 ruchtet die Pflaüze 
und. Khäunat die Pflanze.""Da boi 4 dieser Beziehungen 
DURA ZES MMM eB Der Spe3ztipulin aezifischen Au3- 
wa 0 ' „Ht zü keiner Zeit ein 2 280, ; zu bestreiten gewagt, jeder 
we »" 1% jedes Tier! jede beliebige Pflanze frißt, sondern sich 
bß< ww ton oder gar nur eine einzige, ja von dieser oft nur ganz 
“mw Leile auswäblt. Daß für die zweite Beziehung, die der 
2? 1 tina, ohenfalls das Gese der Spezifität gilt, d. h. daß 
m 108 Dafcit jede Blume befruchtet und nicht jede Blume sich 
v* „dop Onsektenart befruchten läßt , hat eben Sprengel nac<hge- 
wel Nun sage ih: Wenn das Tier die Pflanze na< 
* Foßemuder spezifischen Auswahl frißt und be- 
| in muß auch die Düngung, die dritte dieser Be- 
; nach dem Geseß der spezifischen Auswahl vor 
ji GI 
L oxiglich der Nahrungswahl besteht zwischen parasitisch 
lebenden 4 jlanzon. und parasitisch lebenden Tieren nicht der 
geringste Unterschied, ste besiedeln beide ihre Wirte nah dem Geset 
der svezifis<hen Auswahl und sind. hiebei die Schmaroterp flanzen 
genau 19. „wählerisch“ wie die Schmaroßertiere. Frage: Jst es 
nun denkbar, daß zwischen den freilebenden Tieren und den frei- 
lebenden Pflanzen ein so auffallender Gegensaß besteht, daß nur die 
ersteren bei ihrer Ernährung nach dem Gesetz der spezifischen Aus- 
wahl verfähren, die freilebenden Pflanzen dagegen nicht? Ferner: 
Ist es denkbar, daß nur die Schmaroßerpflanzen ein Wahlvermögen 
*) Enthalten im zweiten Band der dritten Auflage von meiner „Entde>ung 
der Seele“ Ernst Günthers Heiss Leipzig. Allerdings ein Bueh von dem mir 
vor kurzem ein Berliner Schriftsteller schreibt, daß er es in den Bibliotheken Ber- 
lins nicht habe auftreiben können!! - Hauptstadt der Intelligenz!
	        

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