Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1888, Bd. 7, H. 1/12)

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und einen Wahlinstinkt haben, den freilebenden Pflanzen dagegen, die 
ja als die v* fommeneren angesehen werden, diese Fähigkeit abgeht. 
= Ahatrochs j&, daß die freilebenden Pflanzen wählevisch sind 
in Pops aw:  Fitandort und zwar nicht bloß bezüglich äl e- 
mei "im > wie Luft, Wärme, Feuchtigkeit, auch nicht bloß 
bezür de 9 ar reren Perhältnisse dor Bodenart, sondern sogar 
bezügt..4 bostimmter 1ve2iy ischer Verhältnisse, wie sie das Zusammen- 
leben un» die Frucytfolo- verfhiedener * Tomonarten mit TH bringt 
und dss 7 äußert: niet 5 " belieb?“ „anze wä 'on vder 
unter >27. «.. en ander“ nicht 1-7 9» Interhsszart * I unter 
jedor *jauma“ 1'md auc) ni » beliebige Pflanze wäG6 : in einem 
Boden, in wo“ vom vorher jow» »<liebiae andere aewachsen sein kann. 
Frag“ | nun donkbar, das 1 - freilebenden lanzen, welch? nichi 
nur bx" + oer allgemeinen und v--ondern Verhältnisse anorganischer 
Natur, 92% auch. bezüglie? 36r-> 19% *%en  Kamerad- und Gefolg- 
shaf w“htep 5% sind, nur bezägticet dev Düngung gänzlich frei 
von 6 72 svo- “<hen Anziehung und Abstoßung sind ? Nehmen wir 
zwei konfre 2  «piele: die Heidelbeeren wachsen nur untor dem Trauf 
von Ladeli- nie im Laubwald Anderorseit* * iintor dem Trauf 
von Bäumen, of welchen eine Fis4ve-horkolon: (gdoy Storchen: 
paar) angesiedelt ist, gedeihen von allen "nter!" "arten und Wald- 
kräutern ein? "3 und allein m vennne,“oln unv diese in kolossaler 
Veppiokeit, wd woiter: 21 Caubbäume, auf welchen fim » schreiher an- 
siedeln. sterS=1.€ nur de inde nicht. <* es denkbar, daß bloß die 
erste dieser € * "yungen 1 + eher Natur ix, d'e letztere dagegen nicht. 
So: wor die Kalkulation ub Nr. 4 nicht für zwingend erklärt, 
wer auf die Tragen 8uh Vr. 2 und 3' nicht sofort oder nach kurzem Be- 
sinnen antwortet: „das ist undenkbar“, dem sage ich ruhig : „du magst 
Chemie, Phy": und Mathematik, die Sprachen der Römer, Griechen, 
Juden, Türken und “iden verstehen, aber die Sprache der Na- 
tur verst““ **wnicht. 
IN *t, wenn diese Unkenntnis der Sprache der Natur eine 
vereinze"'? . inung wäre, oder wenn sie nur zu finden wäre bei denen, 
deren Studi w vlatur ganz fern lieot, wie bei dem Juristen, Re- 
gimine" ov "lagen u. f. 7., nun so ließe sich nichts sagen, obwohl 
es ue denn jeder, welcher die Stimme der Natur nicht 
ver“ AuiiP in mehr oder weniger petschiert, aber leider findet sich 
dieje "nv "toy Ausdehnung gerade bei solchen, welche na- 
turwijyer *“'* Studien ex olficio getrieben haben und da 
fragt man '.&" - das möglich? 
- Einfa- ' deshalb, weil Natur und Naturwissens<aften 
keine sich deeenden Dinge sind. Wir brüsten uns mit unserer Natur- 
wissenschaft gegenüber dem Mittelalter. Haben wir das Recht dazu? 
[n puncto Naturwissensc<haft ja, in der Kenntnis vom Leben 
scheint mir weit eher das Gegenteil der Fall zu fein.
	        

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