Full text: Professor Dr. G. Jägers Monatsblatt : Zeitschrift für Gesundheitspflege u. Lebenslehre (Jg. 1888, Bd. 7, H. 1/12)

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völkern, Krankheitserscheimnungen beim Durcheinanderwohnen verschiedener 
Rassen. Waiß schreibt: „Die Hautausdünstung der Neger hat bekanntlich 
einen eigentümlich stinkenden Geruch, dev' jedoch bei manchen 'Jndwiduen 
gering ist, während er bei andern sich schon in der Ferne kund giebt 
(Burmeister). Besonders stark ist ex 3. B. bei den Balantes und Bissa- 
353 (Arnoux) und den Negern im Süden von Sierra 'Leone , bei den 
Jboes , Papaw3, Mokos und entspricht dem üblen Geruch, den auch 
das' schwarze Gefieder der Vögel und -das-"sc<hwarze Haar der Hunde in 
Guinea besikt.“ 'S. 114 
„Die unangenehme Hautausdünstung des Neger3 hat man oft für 
etwas ihm spezifisch Eigentümliche3s gehalten. Selbst abgesehen aber davon, 
daß in dieser Beziehung bedeutende Verschiedenheiten unter den Negern selbst 
vorkommen, verbreitet auch der eingeborene Amerikaner einen. eigentüm- 
lichen, obwohl schwächeren Geruch (catinea),- wie shon Blumenbach 
von Caraiben und anderen Bölkern angeführt hat“ Er vererbt sich 
vom Noger und Amerikaner aufden Mulatten und-Mestizen 
(Humboldt). (Sollte daher die Verachtung der- Mischvöiker durch die 
Amerikaner stammen? T.). Besonders die Araucdaner, die fastnur von 
Fleis< leben, sind von äußerst widerlichem - Geruch, der unter dem 
Namen soreno in Chili bekannt ist.“ Heaxne will bei den: Nordameri- 
kanern den Geruch: nicht wahrgenommen haben. - „Ovii6do y Valdes 
sagt: von den Indianern von Panama nur, daß sie übel riechen wie: die 
Neger, wenn sie sich einen oder zwei Tage nicht wüschens Say will den 
Geruch. der Hautausdünstung*der Indianer hauptsächlich von Stoffen ab- 
leiten, mit denen sie sich einreiben, bemerkt aber zugleich, daß der Ge: 
ruh der Weißen ihnen oft widerwärtig sei. Wenn, wie ver- 
sichert wird, die Eingeborenen von Luzon die Hemden ihrer Herren durch 
den "Geruch von anderen zu unterscheiden. vermögen. und. die Australier 
ähnliches leiste“ (zu vergleichen das, was ich Ihnen über meine Wäscherin 
schrieb. T.), 13 ergiebt sich daraus, daß nicht] allein -die Hautausdünstung 
der weißen Rasse, sondern auch jeden Individuums einen spezifischen 
Geruch besit, vor ja ohnehin durch die Spürkraft des Hundes sicher steht. 
Auch soll ein geübter Haarkünstlex deutsches und französisches Haar , ja 
selbst irisches, schottisches, englisches und welsches durc< den Geruch von 
einander unterscheiden können. (Morgenblatt 1885 Nr. 110 S. 316.)“ 
"?beraus komisch ist es nun, daß Waiß folgendermaßen fortfährt : 
„Maz 73 nun freilich wohl unrichtig sein, daß während die Hottentotten 
Unerluu, „«< übelriehend wären, Buschmänner und Kaffern hiervon sich ganz 
frei zeigen (wie Kretschmer angiebt), so geht doch aus obigem deut- 
lich genug hervor (?? T.), daß man; die „übelriehende Hautausdünstung 
des Negers nicht als etwas Spezifisches. und ihm. ausschließlich Eigentüm: 
liches betrachten darf.“ (Mix scheint 'Waiß will sagen: Hautausdün- 
stungen sind nicht für die Neger <harakteristischund age uns' sind auch 
andere Hautausdünstungen Übelriehend, T94 1 S1 498.55 Auden In- 
Dianern wird/ausgezeichnete Schärfe des Geruchs (organes) gerühmt ; so z. B. 
bei den Caraiben und Peruanern, welche „den. Weißen, den Neger und den 
Amexikanev am Geruch unterscheiden, und sie, wie die Beduinen verlaufene 
Kamele, durch ven Geruch aufzuspüren wissen. Aehnliches haben wir schon 
früher von den Eingeborenen von Luzon und den Ausstraliern anzuführen 
Gelegenheit gehabt, Die östlichen Nachbarn dex Botokuden, die Macha-
	        

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