Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

I. Natürliche Verhältniffe. 
Diefer Habitu8 der Molaffe entfpricht ganz ihrer AWusbildung 
in der benachbarten Gegend von Kavensburg, zu der auch einige 
weitere Nuffchlüffe in Bachriffen bei Meckenbeuren und weiter nörd- 
lich überleiten. Dort ift gelegentlid) neben dem glimmerigen Sand 
und weichen Sandftein noch grauer bi3 weinroter, fetter Tonmergel 
zu fehen, der ebenfall8 bei Ravensburg nicht fehlt, Bon Süß- 
waffermoNlusfen (Unio) und anderen Foffilien, die man in den 
Auffchlüffen bei Ravensburg mehrfach erbeutet hat (Wirbeltiers 
fnochen, Helix sylvana ı. a.), ift in unferem engeren Gebiet bisher 
nicht8 gefunden. Diefe weicheren Molaffefchichten der SchHuffen- 
gegend werden auch von Meineren Gewählfern meift in fteil- 
wandigen Schluchten glatt durchfehnitten. Abb. 2 gibt ein Bei: 
fpiel davon aus der an folchen Schluchten befonders reichen Unı- 
gebung des benachbarten Kavensburg. 
Nady dent allgemeinen Bilde der oberen Süßwaffermolaffe, 
das die Unterfuchungen vont Hange des Pfänders bis in die 
Gegend von Ravensburg bisher ergaben, dürften die Tonmergel 
und Kalffandfteine der Argengegend wohl etwa3 älter fein al8 
die im Schuffentale erfhloffenen Schichten, 
Nach diefenı kurzgefaßten Überbli über den tertiären Unter: 
grund wenden wir ung derjenigen Formation zu, der unfere Land- 
jchaft, wie eingangS gleich betont wurde, durchauZ bis in alle 
Einzelheiten ihr Harakteriftifches Sepräge verdankt, dem Diluyium 
im glazialer Ausbildung. 
Die Anfehauungen über die geologifche Deutung der Diluvial- 
landfchaft Haben fi erft in neuefter Zeit auSreichend geklärt. Wohl 
Hatte früh gerade in Oberfehwaben der großartige Gedanke der 
mächtigen dilunvialen Bergletfherungen Eingang und Ber- 
breitung gefunden. Die anfänglid) noch etwa vagen Ideen von 
der Ausbreitung und Wirkungsweije des auS der Pforte des 
Nheintale8 dem Gebirge entquellenden Eisftromes, wie fie 3. DB. 
noch bei Brobft fi) finden, wichen zum großen Teil bald den 
jeßt herrfchenden, auf dem eingehenden Studium der noch Heute 
tätigen Öletjcher und ihrer CErzeugniffe aufbauenden Anfhauungen. 
Bor allem brach fih früh auch der Gedanke von mehrmaligen, 
durch wärmerce Interglazialzeiten getrennten Ber. 
eifungen des Gebietes Bahn. AWber gerade in der erften Se 
famtdarftellung der Gegend, im geoguoftijchen Atlas des König: 
reicheS in 1: 50000, war man auf ©rund irrtümlicher Deutung 
einzelner Beobachtungen über die Örundlage der ganzen Darftel- 
lung, das gegenfeitige Altersverhältnis der einzelnen Olieder der
	        

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