Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

I. Natürlidhe VBerhältniffe 
unıfränzte, die „äußere Jung-CEndmoräne“. Unfer Gebiet 
fiegt aber viel zu zentral in dem großen Fächer, um mit diefent 
äußerften ©ürtel in Berührung zu treten, felbft nicht mit den 
{pigen, gabelförmigen Sticken, wo er zwifjdhen vorfpringenden 
Lappen fi tief in die innere Süche Hineinzieht. Nicht einmal 
die zweite befonder8 deutliche Gruppe von Moränen, die fhon viel 
weiter drinnen liegt und wefentlich tiefer in einzelne Lappen zer: 
fcOnitten ift, die „innere Jung-CEndmoräne,“ greift bis zum 
Oberamt Tettnang herein. 
Wir erwähnen Hier nur noch in Kürze, weil diefe Begriffe 
fpäter mehrfach eine wichtige Rolle fpielen, daß man guten Orund 
hat, mit Penck anzunehmen, daß diefer zweite Moränenkranz nicht 
eine bloße Muhelage im Abfchmelzvorgang bezeichnet, fondern die 
äußere Grenze eine8 neuen, faft einer felbftändigen Eiszeit gleich: 
fommenden BorftoßesS*) des Eifjes, ‚Vor ihm war in der fo- 
genannten Laufenfhwankung das Eis bis an oder fogar in 
die Täler des Hochgebirge8 zZurücgewichen. Den Vorftoß felbft 
bezeichnen wir paffend als Achenvorftoß, da er mit der ihın 
folgenden großen RüczugSperiode, der Acdhenfhwankung 
Pend8s, die un8 vor alleın befhäftigen wird, naturgemäß ein 
Sanzes bildet. 
Erft eine dritte Nette analoger Moränen-Bildungen kommt 
für unfere Gegend direkt in Betracht. Sie liegt zu den erften 
beiden Konzentrifch, wie zu erwarten war. AWber die Zerlappung 
des Sletfchers ift jebßt viel ftärker ausgeprägt. Unter den vetr- 
fchiedenen Lappen überwiegen beftimmte Hauptzweige, die in ver: 
tieften Mulden, den Zweigbeden, befonder8 weit vorftoßen. 
Ein folches Zweigbefen ift daS breite Tal in dem die Schuffen 
fließt. Sin zweites, viel weniger bedeutende8 fenkt fich, die Leib: 
lach beherbergend, von Nordoften auf Lindan herab. E€3 Kommt 
für ung direkt nicht mehr in Betracht. In ihm ift aber bei 
Mariathann (nicht mehr auf dem Kartenblatt) eine Endmoränen: 
gruppe entwidelt, die ung die Lage des dritten Oürtel8 dort gut 
präzifiert. Die Keilförmigen, plateauartig fi) erhebenden Sektoren 
zwifchen den Zweigbeden führen den Namen „Riedel“. Auf 
ihnen Fonnte der Sletfcher fhon der größeren Höhenlage wegen 
nicht fo weit vorftoßen, wie in den Zweigbeden, Denn das Eis 
biefer aus dem Gebirge Herausgequollenen, uferlo8 fich ausbreiten: 
1) Siele find jeßt geneigt, den VBorftoß al fünfte Hauptver- 
eijung den vier Eiszeiten Pen k8 (Günz-, Mindel-, Rif- und Wünm- 
vereifung) anzureihen.
	        

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