Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

Schöninger, Renaifjance, Barod, Rokkoko, Empire ut. Neuzeit. 491 
folge noch zu finden find, find zumeift Holzbauten, feltener Riegel- 
werk, mit Holzvertäferungen im Innern an Deden und Wänden, 
zumeift ziemlich flad) und wenig profiliert. Nur im Wirtshaus 
zu Erisfir und int Adler zu Neuhaus finden fich reicher profi: 
lierte Kaffettendecken (eine ebenfolche, bemalte, in der Kapelle zu Neuhaus, 
Gemeinde DOberteuringen, das im Befig der Deyring von Raven8: 
burg war, Kapelle 1707). 
Die Malerei der Periode hat anderwärts die glänzendften 
Denkzeihen Hinterlaffen, und die Barock: und Rokfokomaler Schwa= 
bens find zahlreich und berühmt, unfer Bezirk ift auch hierin aym. 
Es finden fich wohl vereinzelte Decken: und Wandgemälde, auch 
Tafelbilder, aber, abgefehen von einem einzigen, find diefelben nicht 
bedeutend. Die älteften Wandfresken der Beit find die 1882 
geftaurierten Wandbilder der Kapelle St. Georgen bei Friedrichs- 
Hafen, die der deutfchen Renaifjance angehören. 
Die Dedenbilder in Friedrichshafen und Langenargen find 
nicht bedeutend. Bon dem bedeutendften Maler (außer feinem 
Kehrer Maulbertfch), den der Bezirk felbft hervorgebracht, Andreas 
Brugger von Kreßbronn (geboren 1737, + zu angenargen 
1812), find im Bezirk felbft nur wenige Werke erhalten in 
Tettnang (Schloß), in Krumbad), Dbereifenbach und Wildpolts- 
weiler, Laimnau, zum Teil übermalt umd überftrichen. Seine 
Hauptwerke find in Buchau und Wurzach, Bon den Malern 
Maulbertfch, Vater und Sohn, in Langenargen ift nicht? in 
Württemberg. DazZ Deckenbild im Chor der Kirche zu Haslach 
fönnte von Spiegler fein, vielleicht aud) von einem der beiden 
Berrman, (Val. „Die Malerei der Nachvrenaiffanee in Ober: 
jchwaben“ von Dr. Berthold Pfeiffer, Stuttgart 1903; ebenfo 
von demfelben „Kultur und Kunft in DOberfchwaben im Zeitalter 
des Barock, RKokkoko und Maffizismus. Kunft und Altertum8: 
denkmale Württemberg3 von Dr. Ed, Paulus, 1897). 
Unter den Tafelbildern Heben wir alS die früheften hervor 
zwei Bilder auf Holz aus der 1. Hülfte des 16, SFahrhundert$ 
in der Pfarrkirche zu Goppertsweiler (aus Schloß NeuravenSburg 
ftammend) von einem unbekannten Meifter, dann die berühmte 
Srablegung von Camillo Proccacini (1546—1625) zu Gilten8- 
weiler (vom Fürfiprima8 Wolf Dietrich von Reitnan in Salzburg 
nad Langnau geftiftet), die Altarblätter in der Schloßfirche zu 
Friedrichshafen von Ioh. Michael Feichtmayer von Schongau 
von 1701 ff. und Vofeph Hillebrandt aus Rottweil, Von anderen 
Altarbildern, foweit folde vorhanden in den verfchiedenen nicht-
	        

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