Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

Qaimnant. 
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bogenfenfter und eine offene, färlengetragene Borhalle im Wefjten, Das 
NYnnere it mehrfach verändert und erneuert morden, zulegt 1913 neu 
au8gemalt, nadjdem [don etwa3 früher an der Sübfelte eine gefällige 
Safrijtei angebaut wurde. Vom alten, fbätgotijhen Bau zeugen der 
gefehlte, [pigbogige Triumpfbogen, der [höne Taufitein mit fpütgotifhem 
Dreipaß und Lilienornament am Keffel, das bejheidene Wandtabernatel 
ebenfall® in fbätgotijdjen Formen. Altäre und Kanzel Jtammen im Auf- 
Hau au8 der Barockzeit. An der Decke deS LanghaufeS waren Gemälde 
von Andreas Brugger, die aber in neuerer Zeit übermalt wurden. Ein 
jGböne8 Tafelbild nit dem Martyrium der Sl. Barbara und Katharina 
init die Siüdmwand. In neuerer Zeit murde zur Kirdhe eine Kaplanei 
geftiftet. Einige Kelde aus älterer Zeit und fehS fpätgotijhe gegoffene 
Leuchter befinden ih in KirHenfHaß, die Gloden find neueren Datums. 
Weitlidh der Kirche jteht da3 alte umd Dda8 neue fhöne Pfarrhaus mit 
prächtigem Garten, Im Orte ijt bemerkenSwert die Gaitwirtidhaft zum 
Ritter mit [Hönem alten Fachmerkbau, ebenjo daz ftattlide Schulhaus 
Sftlih der Kirche, Im Filial Wpflau Ffajt lauter neue bäuerlide Un- 
wejen. Dagegen ijft von großem Interelje, menn aud) bieleS von alter 
Wehrhaftigkeit vergangen ift, das Schlößlein GieBen, ein richtiges 
altes MWafjerichloß in der AUrgenebene gelegen. Umgeben von Objtanlagen 
liegt diefer Herrenfig, der nicht bloß in alter, fondern auch in neuer und 
neuejter Zeit eine medjelteihe Gejdhichte Hat, da wie ein vermunjdhenesS 
Schloß, deffen Ringmauern zerfallen und defjen Gräben eingetrodnet Jind. 
Den Zugang über den Graben dedt noch ein alter Torturm, Wall und 
Graben find noch deutlich erkennbar, die ESchrundtürme zum Teil abge: 
tragen; im Schloßhof liegt recht3 da3 alte Ökonomiegebäude, zur Sinken 
neuere Wohngebäude und im Hintergrund das Hochragende eigentliche 
Schloßgebäude mit dem tirubigen, dach- und fenfterlojen Vierecturm zur 
Seite, wie der Ballas hei dem alten Burgbauten, nur Hier in die Chene 
verfeßt. Daz Schlokgebäude murde im Ießten Jahrhundert mehrfach 
verändert und umgebaut. Zwijdhen HerrenhauZ und Lurm wurde ein 
TreppenhauZ eingebaut; daS Erdgejhoß zeigt nod die alte Einteilung 
und den alten Aufgang. Im erften Oberftock ift im jebigen Wohnzimmer 
de8 BefiberS bemerkenswert die durch eine zierliche, gef imeifte Kenatfjance- 
fäule geteilte Fenfterniihe, im oberften Stocwerk ein Saal mit Wappen: 
fonfolen an dem Wänden. Der Turm ift innen ganz Hohl und nur von 
Schloßgebäude aus zugänglid. Das Schloßgut i{t gegenwärtig unter 
zwei BHefiber (HGeimpel und Schütterle) verteilt. 
Die Gemeinde L. deckt fichH in ihrem Umfang mit den jeit 1405 
verbundenen Niedergerihten X. ımd Gieken (S. 249 f.) ”). Sie umfaßt: 
Laimnau, Bfarrdorf, mit Anwalt, 250 €. Wie in Größe und Anlage 
jo unterfcheidet fihH X. au in feinen NechtZverhältniffen von den um 
liegenden Weilern. E28 it wohl der legte Ausläufer der von Weften 
und vom Bodenfee Her vorgedrungenen älteren Siedlungsperiode (S. 201). 
In 2.2) (769 Laimauvia, Laimaugaumwilare, 839 Seimouvo) erhält 
Kl. St, Gallen 769 von einent Scalcomann Bejfig und ertaufdt dazu 
1) Sagung und Ordnung der beiden Gerichte um 1700, Sp. 
Qindar 111,1; Frevelbiücher von 1605—28, ebd. 11, 30—32, 
2) Quellen S. 180, Karten S. 182.
	        

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