Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

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Ort8befHreibung, 
839 von Batadho und Sigibret nod einen Wald im Umfang von 5 
Huben!). Dann verfwindet aber der Ort für lange Zeit au3Z unferen 
Augen. Er taucht erft in Yahı 1269 wieder auf, zunächit mit Lehen 
de3 NReichSminijterialen Albert von Summerau oder Wollenberg von der 
NAotei Kempten. Chen jebt verkauft Albert feinen Befigß in L., Eigen 
und Sehen, fanıt Kirdhenbatronat und anderen Rechten an daZ Dom- 
fapitel in Konftanz und ent{Hädigt die Wotei Kempten durch Auftragung 
anderen Eigengut8, Unter dem Verkauften find au Lehen von 
St. Gallen einge[cdhloffen, deren völlige Übertragung auf Konftanz durch 
Streit in der AÜbtei St. Gallen verzögert wurde”), Im Kahr 1388 
verkaufte das Domkapitel feinen Befig in X. mit Rirdhe, Kirdenfaß und 
dent Kelnhof, in den fie gehören, famt Leuten und Gütern, mit Gericht, 
Zwingen und Bännen und allem Zubehör um 1550 © Geller für rechtes 
Eigen an das Heiliggeiftipital zu Lindaw®). In diefer Verbindung liegt 
*ortan der Kern der Lainmnauer Gejhichte *). 
Die Einkünfte des Domkapitel8 Konftanz aus feinent Beliß in und 
un Qaimnau find in einem Lagerbuch von 1373 verzeichnet). Sie ber 
itehen zum größten Teil au8 dem Zehnten der Laimnauer Pfarrei, den 
das Domkapitel für fih einzieht (S. 293), aus 9 Gülten und Binfen 
(darunter: der Weißhof, O3malds Gut, Maierhof, Viehhof, die Mühle, 
Sildebrand3 au8 zahlreichen Holztornbeträgen in L. und Umgebung 
(S. 302). Der Ertrag des Weine8 innerhalb der Pfarrei für da3Z Dom- 
fapitel wird auf durchiOnittlih 10 Säume angegeben®). Neben den zut 
GHerrfhaft gehörigen Gütern mird montfortifher Befig ermähnt, den das 
Sp. Lindau 1694 taufhweife erwirbt (3 Lehengüter, 3 LPfefferlehen). 
Ein Sof davon hatte (1397) zur Burg Fodenbadh gehört 7). 
Der Belig von ©. brachte für Spital und Stadt Lindau eine 
lange Beriode von Streitigkeiten mit den Grafen von Montfort, die 
freilich mur einen Teil in der langen Reihe von Kämpfen zwijchen den 
beiden Nachbarn auZmachen. Zunächit fuchte der Graf dem Spital feinen 
Anteil am Holzkorn im Argenhardt ftreitig zu nıadjen und die Laimnauer 
bon der Holzuugung im Walde auszufchließen, unterlag aber in einen 
Schied8fprucdh der benachbarten Reichsitädte im Hanuar 1413. Auch 
die Taferne in L., die der Graf beanfjprucht hatte, wurde dem Spital 
zugefprodhen ®. Im folgenden KJahr, dann wieder 1477, macdte der 
Graf den Lindauern da3Z Gericht zu ©. ftreitiqg, ebenfalls ohne Crfola 
1) Wartmann 1, 52, 356. 
2) Wirt. Urt. 7, 42, 457. 
3) Sp. Lindau 21,1; St. UrkundentaufH 582, 
4) Ein Kopialbuch im Sp. Lindau (X. 1,4) ermähnt eine Urkunde 
von 1302 Yan, 18, worin Ulrich und Marquard von Schellenberg der 
Eltiabet von Schönenberg, Gemahlin Marquarda, omnes possessionNes 
ac jura villae Laimno mit dem Batronat zur Widerlegung ihres Heirat- 
gute verfreiben. — War ihnen diefer Beliß von Konftanz verpfändet 
oder war er zeitweife dem Domkapitel mit Gewalt entzogen ? 
5) Karl8ruhe Berain 4668. 
6) 1348 verleiht das Domkapitel den Weingarten bei Pflummern 
Steige. Sp. Lindau 21, 1. 
7) St. Urtundentaufch 37, 553. Montfort 79. 
8) Sp. Lindau 101, 1. St. Montfort 101.
	        

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