Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

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OrtSbhefchreibung, 
werden die neue Kirdhe und dazZ neue Pfarrhaus al8 Zierden de3 Ort3 
gerühmt, nunmehr verfdhtwindet diefe damalS neue, jeßt alte Rirhe neben 
zinem gediegenen tomanijdhen Neubau, der 1907/08 von ArdDHitekt Rail 
aritellt murde, und daS alte Pfarrhäuslein von 1829 will au nicht 
mehr al8 bejondere Zierde erfheinen. Die alte Kirche zunt HI. Wendelin 
it ein bejdheidene8 Konglomerat von an- und ineinandergefdhachtelten 
Rapellen am Friedbof und enthält nicht Kinftlerifdh Wertvolles. Die 
neue Kirche mit demfelben Patron ift ein einfhHiffiger Bad{teinbau mit 
Holzdede im LanghauSZ und gewölbtent Chor. Der bvieredige Turm anı 
Chor hat oben gekuppelte Schallfenfter und über vier Giebeln ein adt- 
jeitige® Zeltdach. Daz Innere von Kirdhenmaler Etitle (Ellwangen) an- 
Iprechend ausSgemalt, enthält drei neuromanijhe AWltäre und ebenfoldhe 
Kanzel, neue Glasgemälde im Chor, Stationenhilder und Statuen an 
den Wänden, DaZ fehr mürdige Gotteshaus murde ganz au3Z Mitteln 
und Beiträgen der Gemeinde erbaut auf Betreiben de3 im bheften Ar» 
denken {tehenden + Pfarrer und KamererZ Raul Kleiner. Kirhen{haß 
neu, BemerkenZwert eine Olode, von König Wilhelm I. au8 dem Kofter 
Cömental gefhentt, mit 7 Bildern und 4 Wappen, gegoffen 1663 von 
Zheodofius Ernit von Lindau. Unmweit der Kirche fteht der ftattlidhe 
Sajthof zum Adler (Lanz), gerade vor 100 Yahrenm (1815) erbaut, al8 
Slügelbau mit Freitreppe und Edquaderrifaliten, In der Gaftitube ein 
alter Ofen mit Wahben von 1762, 
Mariabrunm, der zweite Hauptort, liegt unweit der Schuffen. Der 
Örunnquell im Argenwald ward nad) den Schreden des 30 jährigen 
Kriege3 viel befucht, befonder3 1683 und 1697, fo daß von den Opfer« 
itodgeldern eine Meine Kapelle erbaut merden konnte, welde 1781 er- 
hneuert wurde, wobei ein neuer Springbrunnen mit vier Röhren aufge- 
jtellt wurde. Yın Jahr 1752 ließ Graf Ernjt von Montfort die Heutige 
Kirche mit Benefiziatenhau3 auf der Südfeite und Waldbruderhaus, 
ogenannter Eremitage, auf der Nordfeite, erbauen. Diefe Gebäude ftehen 
heute noch und bilder eine Höre Gruppe; vor der Kirdhe ein Rondell 
mit einer Marienfiatue; der Friedhof ift nicht bei der Kirche; dagegen ift 
die Schule in der ehemaligen Eremitage untergebradt, weldhe mie das 
Pfarrhaus mit der Kirdhe verbunden und zufammengebaut ift. 
m Innern war bie Kirche im Stile der Zeit, Rokoko, ausge 
IHmüct (eine TOotograpbie de8 urfprünglidhen Zufjtande8 befindet jih 
im Pfarrhaus) niit Stuckornamentierung, Rokaile Altären, Bildern von 
Andrea Brugger und dem Grabmal de8 febten regierenden Grafen 
Montfort Franz Xaver + 23, März 1780. DaZ Grabdenkunal it noch 
vorhanden, dagegen murde die jonitige Inneneinrichtung 1892 leider in 
zwar fonft Löblidem Eifer, aber fall verftandenem Purismus gänzlich 
verändert und durg fajt ftrenge8 Nenaiffancemobiliar erfeßt, auch dem 
Ganzen eine wohl zu düftere VBemalung zuteil nıit einent Dedenbild: 
Maria al salus infirmorum. Bon Altertumern haben fid nur erhalten; 
eine alte Marienftatuette iiber der Satrifteitüre, ein figender Chrijtus 
int Pfarrhaus, die fritheren Seitenaltarbilder Euftadhiuz und Barbara in 
der Kirche, weldhe die Büge des Grafen Ernit und feiner Gemahlin 
tragen follen. (Im Argenwald waren zwei Bilditöde: Wilhelm2bild mit 
St. Euftachiu8 dem YJägerpatron und Sarbarabild mit St. Barbara, der 
Latronin der Sterbenden.) An Kirche und Pfarrhaus findet fiH daS Mont» 
Tortpappen, Die Gloden (3) find new, die Kultgefäße Augsburger Arbeit.
	        

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