Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

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DriZbefHreibung. 
2. Mariabrunn, Pfartweiler, 89 €. 1480 wird ein Weiherlein 
„bei Unfer Frauen Brunnen“ erwähnt. Wallfahrt nah dem Dreißig- 
‚äbrigen Krieg erwähnt (f. o.). Al fid in M, in fteigendent Maße ein 
Zulauf des Volfe8 zur Wallfahrt zeigte, erbaute Graf Ernit zu Mont» 
fort 1752 eine Kirdde und ein HauZ und fiftete 1758 noch eine Pfründe 
mit 5000 {l., die von den BendtelijdHen Brüdern in Urnegg herrührien; 
für fie waren jährlihH 2 Melfjen, ebenfo eine für die Frichifche und 
Rienifhe Vermandtfhaft zu Iejen. Der Benefiziat follte jährlich 200 {l. 
zrhalten, dazır ein Fuder Wein, Brennholz, einen Wagen Heu und 
100 Bund Stroh von der Herrfhaft, der das Patronat blieb. Mit der 
Gemeinde follte er 2 Stück Vieh austreiben laffen. Er follte die Walla 
fahrt zu größerem Wachstum bringen, die Bewohner de3 oberen und 
unteren Schuffental® in der Seelforge Haben, täglidy Mefje lefen, den 
Wallfahrern Gelegenheit zur Andacht geben und au die Sakramente 
reichen, ebendeshalb aber ih des vielen HerumfHmeifen? enthalten !). 
Den Megnerdienft verfah zunächft ein Eremit, der von der GHerr- 
ichaft eine Kompetenz von 53 ff und 6 Eimern Wein Hatte. Nach 
jeinem od 1773 erhielt ein Kleinhäusler, der Sattler war, den Dienit; 
er hielt zugleih „in der Gemeinde Unterfhuffental“ Schule. Gegen die 
Zulafiung eine8 neuem Eremiten wehrten fih 1780 der Benefiziat und 
die Gemeinde, da er den Leuten mit Beiteln zur Laft fallen würde ?). 
MM. wurde 1823 Pfarrei (S. 399). 
Braitenrain, W,, 49 € Um 1300 gehörten 3 Güter zur 
Burg Baumgarten, an die aber Gf. Gugo von Tettnang Aniprüche 
machte, 1468 montfortijdher Befig 3. 
Dillmann, Gof, 26 €. Im Lagerbud von 1698 wird nach 
Braitenrain und Saffen ein meerSburgi[hes Schupflehen zu „Befdhlingen“ 
erwähnt, bass Martin Tilnıann innehat. Al Angrenzer werden Güter 
von Wolfzennen ermähnt. Hieraus folgt, daß der Gof D. urfprünglih 
Befhlingen hieß und feinen Namen nach einem Inhaber änderte. 1866 
erbaute Johann Lig eine Kap. YohH. d. I. in neuromanifhem Stil, 
Gmünd, W., 35 E., an der Souffenmündung. Ein Hof in G. 
(Gemunde) gehörte im 13. Xahrhundert zum Befig des Kl, Weingarten 
im Eriskicch und ging mit diefem 1301 an Konftanz über (S. 700), eben{o 
eine „Marterwieje“. DaZ zur Burg Baumgarten gehörige Fijhwafjer 
in ©. (piscina dieta Gemünde) zog am Ende de8 13. Yahrhundert2 
Sraf Hugo von Montfort an fih. Dabei wird aud) ein Befig in 
„Breitenweg“ (possessiones dicte Braitenweg ibidem) ermähnt, der 
bei der Burg verblieb, fomie ein Befiß „zum Hofe“ und ein anderer mit 
dem Namen „Semer“ 4). 
Sofftatt, Hof, 4 €. 1789 montfortifhe8 Lehen. 
ndbelhof, W., 28 €, 1789 montfortijheS Lehen. 
Vangenader, W., 20 €. 1789 zwei montfortildhe Lehen. 
Moo8, W., 29 €, 1371 „Zune MoS“, montfortifch, 
Röden, Gof, 9 E. 1698 „zum Reden“, montfortijdheS Lehen. 
1) St. Montfort 108. 
2) St. Montfort 28. 
3) Karl8ruhe, Berain 4657, | 
4) Wirt, Url. 4, XXXII; Karl8&ruhe Berain 4657. Zweifelhaft 
it Bertold von Genumbdi 1105 {f.; Quellen zur Schweizer Gefdh. 3, 72 ff.
	        

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