Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

Schomburg. 
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Schomburg, der nantengebende Weiler liegt zum Teil in Tal an 
der 1898 net aus BZementbeton erbauten Argenbrüce, zum Teil am 
Zalabhang ıumd auf der da3z Tal durch einen vorfpringenden, wohlabges 
cundeten Hügel beherrfchenden Höhe. Hier {tand das Schloß Schomburg, 
ein von den Humpiz nad Art ihrer andern Schlöffer (Brochenzell) mit 
umnden Cctürmen ausgebaute Herrenhaus, 1754 von den Montfort als 
Sonmerfig erneuert und mit Gebäuden im damaligen GefHnad (Mans 
jardendächer) unıgeben, 1836ff. abgebrochen; 1899 brannten die lebten 
Mefjte nieder. Yebt ftehen auf den Areal des ehemaligen Schlofgutz 
fait durdhmweg moderne Öfonontiegebäude und daS moderne villenartige 
Wohnhaus der Fantilie Gabriel; im vorderen Hofe finden fih geringe 
Hundamentrejte des fritheren Haubptgebäudes. Gegen Süden fteht an 
Zalrand die Billa des von Schomburg-Oazlacdh gebürtigen Vrofefjor2 
und Geheimen Sofrats Dr. AfoyS Knöpfler in München, mit eigener, 
freiftehender Kapelle und einent Olberg-Bildftod, Die Kapelle zur „Ruh 
Chrijti“ hat fHöne moderne Giasgemälde, einen kreuztrugenden Chriftus 
auf dent Altar und eine alte Pieta, Im Tale ftehenm die Refte der 
[rüheren Ziegelhlitte und ein ftattlihes, auZ den Steinen der Schomburg 
erbaute Wirtshaus, über der Argen der Weiler Kernatenm niit alten 
BauernHäufern. 
Der Pfarrweiler Hasladh, wohin Shomburg eingepfarrt Ht, Iiegt 
frei auf einer Hochebene über der Haslach, die gletdh der AUrgen in 
ziemlich tief eingefdhnittenem Tal der leßteren zueilt.. Der Ort grupbiert 
ch un die Bfarrklirche zum hl. Stephanus, Die jeßige Kirde jtammt 
in Grund und Unfang aus der Hınnpiszeit (über dem Wejtportal it 
das Humpiswappen und die Yahrzahl 1607), murde in der erften Hälfte 
de3 18. Yahrhundert3 erneuert und mit Kanzel und AWltären ausgeltattet 
im gemäßigten Rokoko (geweiht 18. Sept. 1723). Um Plafond des Chors 
befindet fihH ein großes Dedengemälde aus dem 18. Yahrhundert, in 
Sarbe und Kompotttion gut (vielleicht von Franz IJofeph Spiegler 1691 
bi8 1757). Die übrige Bemalung ijt von Kunftmaler Siebenrod 1882 ff. 
ausgeführt, Bon Kirhenichab find bemerkenswert ein fpätgoti{dhes Pros 
zeifionSkrewz, ein fpätgotifcher Xeld mit graviertem Ornament (ca. 1500), 
einige Barockkelhe und Monftranz, reihe Augsburger Arbeit, ein Kranken- 
öligefäß (einfad) 1556), ein [HÖıvarze8 Mekgemand mit Huntpismappen von 
1628, Un der Weftmand der Kirche, recht und link von der fänlen- 
getragenen VBorhalle, SGrabdenimäler von früheren Pfarrern. Auf dem 
alten Satteldachturm hängen 4 Gloden: die große von Johann Leon 
hard Rofenlächer 1769 zu Konftanz gegoffen, mit UmfHrift, Nokokover: 
zierungen und Bildmerken, Maria, Margareta, Sebajtian und Agata und 
den Brurjtbildern der 12 Apoftel, die zweite 1608 von Leonhard Ernit 
zu Lindau gegoffen mit den Bildern der 4 Evangelijten und der Äpoftel 
Betru8 und Paulus und der InjHrift: in omnem terram exivit sonus 
corum, bie Dritte ebenfalls 1608 von Leonhard Ernit in Lindau ge- 
goffen, mit den Bildern Chriftw8, David, Paulus, St, Agata und 
St. Sebaftian und der Injhrift: Sancto Sebastiano et clangor vic- 
toriae Regis in illo, bie vierte mit der Infchrift: In Bregenz 1758 
308 man mid, und den Bildern St. Yofepd, St. Chriltophorus, Johannes 
Nepomucenu8 und einer Kreuzigungsgrubbe. Vor der Kirche, bie vom 
alten RirdHhof mit fajt Inuter neuen Grabdenkmälern unngeben ift, {teht 
eine prächtige etwa 100jährige Linde, füdlid) der Kirdhe daZ ftattlihe 
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