Full text: Beschreibung des Oberamts Tettnang (14)

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Ortöbe[Hreibung. 
Rfarrhau8 mit franzöf, Manfardendach, erbaut 1802 {f, von einem Pfarrer 
Simon, einen: franzöfiihen Emigre, mit großen Unkoften, daneben die 
alte, Ianggeftrecte Holzidheuer; nürdlid der Kirde das gefällige 1858 
erbaute Kaplaneihan8, Dftlid) daS neue, 1904 mit einem Aufwand von 
80000 4 erbaute Schulhau® mit Lehrerwohnung im Oberftock, 
Der zweite Pfarrweiler, Primisweiler, gegenwärtig Sig des Schult» 
heißen, thront wie ein in die Länge gezugener Burafleden über den links 
jeitigen Talrand der Argen und mat von rechten Ufer gefehen mit 
etlichen ftattliden neueren Gebäuden einen freundlidHen Eindruck, In 
der Mitte des Bildes hHebt fidh ab im Hochaufgemauerten Friedhof die 
alte PfarrlirdHe zum hl. Clemen8 mit einent ehrmürdigen Saiteldachturm. 
Die Kirche ift ziemlich nieder, hat am Chor Strebepfeileranfäge, lifenens 
artig, und mweijt auf gotijhen oder romanifchen Urban, mährend der jekige 
Bau har 17. Jahrhundert erftellt und 1831 verlängert wurde. Die Innen» 
einrichtung i{t Barod und Empire, rejtauriert 1885 durdH Siebenrod, die 
Altäre 1908 dur Schnell (MavenShurg). I Kirchenfhas finden fich 
ein [chönes {pätgotijdhes Bortragkreuz, Keldhe und Monjtranz aus dent 
18. Yahrhundert, Augsburger Arbeit. Die Oloden find neu, 1871 von 
Boller, Biberad, gegoffen. Segen Weften jteht das 1910 erbaute fehr 
Yaitlihe, ganz moderne CHulhauS, gegen Often eine neue Käferei und 
zin int modernften Stil gehaltene8 SajthauzZ zur Neuen Welt, mührend 
nahe der Kirde die alte Wirtichaft zum Adler den Typus einer alten 
Dorftaverne bietet, Zwilden Pfarrhaus und Kirche ein prächtiger alter 
Nußbaum. 
Un Primiaweiler liegen mehrere Seeen und Weiher: der obere 
See, der Blaue See, der Mittellee und der Teufelsfee zwildhen Moränen» 
Hügeln. Die Gegend ijt außerfehen für ein Staumert der Oberlchwäs 
bifjhen Elektrizitätsmerfe (S. 601), 
Im SFilial Hiltenzweiler befindet ficH eine Kapelle zunı hl. Konrab, 
mit einigen alten Statuen, einem gotifjhen Vortragkreuz und einen 
Barodaliar mit einem Altarbild, melde die Neu-Kavensburg int Hinter- 
grund zeigt. Ir Ort einige interefjante alte Bauernhäufer mit Holz- 
decken, eine neugebaute Wirlfchaft, an der oberen Argen das feit langer 
Beit im Bejiß der Familie Bernhard befindliche Mahl» und Sägewerk 
niit eleftrifder Einridtung und fiattliden Älteren und neueren Gebäuden. 
Die Gemeinde umfaßt de3 einft zur Burg gleichen Namens gehörige 
Niedergeridht (S. 246 f.) und befteht aus 16 Parzellen (Quellen & 181). 
Scohomburg, W., 50 €. 1229 Scomenburg, 1348 Schowens 
burg. Den Mittelpunkt der GHerrichaft bildete die Burg Sch, die ur- 
Iprünglid) auf den Hinten Ufer der unteren Argen 1ag (f. Hochburg), aber 
wohl vor dent Musfiterben des Sefchlecht8, jedenfalls vor 1408, auf das 
rechte verlegt wurde, Da der erfte nach der Burg genannte Ritter int 
Yahır 1229 auftritt, mag die Burg etwa zu Beginn des 18. Kahrhundert? 
gebaut worden fein’), BYi8 in die erfte Hälfte de8 14. Yahrh. blieb fie 
in den Händen de8 nad ihr benannten Geichlechte®, kam aber nodh vor 
deffen Yusiterben an die ältere Bregenzer Linie des Haufes Montfort, 
En © A 
1) Sozwinuß de Scomenburc 1229, mit zwei Söhnen, 1257 Mannes 
gold, 1269 Rudolf; Manzo vermacht 1822 zmei Güter in Haslach an 
Sf. Weingarten; 1334, 18348 Goswin. Wirt, Urt. 3, 245; 5, 181, 211. 
St. Weingarten 83, 246,
	        

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