Los
Sefchicdhte
Kuno von Achakın, und voll dankbarer Bewunderung der reichen
Entwicklung des Klofter8 und feiner weithin reichenden Leiftungen,
Nach ihm greift Berthold zur Feder, der nachher wiederholt
Abt des Klofters geworden ift, und fegt audy den fpäteren
Wohltätern des Klofter8 ein Denkmal!). Die erfte Ausftattung
bon Zwiefalten war bedingt durch die Verteilung des acdjalmifcen
Befiges und auch die weiteren. Cchenfungen, die fihh anfcloffen,
find vielfach durch das Beifpiel der beiden Grafen beeinflußt; des:
halb find jene Quellen nicht bloß für daz Klofter felbft, fondern
auch für eine weitere Umgebung, namentlich für den Nordrand der
Alb bi8 in die Nedargegenden von Tübingen und Nürtingen, von
ausgezeichneten Wert. Aber auch jebt vermag fi) die Ueberlieferung
nicht auf der einmal erreichten Höhe zu Halten, obwohl bald
audy noch weitere Klöfter, namentlich Hirfau und Bebenhaufen,
Beiträge liefern. Die Urkunden find im 12, und auch in der
erften Hälfte de8 13, Jahrhunderts noch Außerft felten, und wenn
fie au) in der Folgezeit allmählich zahlreidher werden, fo folgen
fie dod) meift einfeitig den Spuren Kirchlidhen Befiges. Weltliche
Archive verfagen vor dem 14, Jahrhundert faft gänzlich und jtehen
bi8 zur Mitte des 15. Jahrhundert8 Hinter dem SCrirag der geiftlichen
Anftalten zurüc. Erft mit dem älteften Vagerbuch der Uracher
Kellerei von 1454 ift da8 Gleichgewicht Hergeftellt und von jebt ab
haben wir nach) allen Seiten feften Boden unter den Füßen, der
dann freilich bald von der zunehmenden Schreibfreudigkeit der fol
genden Sefchlechter durd) immer größer werdende Berge von Aften
verfcdhlittet wird. Indes haftet troß Ddiefer Fülle doch aud) dem
Material der Folgezeit noch cine gewifjffe ECinfeitigkeit an; cS find
faft durchweg offizielle Akten, meift bei den Behörden des Ciaates,
zum Heineren Teil bei den Organen der Selbjtverwaltung erwachten ;
ihr Intereffe ift nach den jeweiligen Verwaltungsaufgaben begrenzt
und hauptfächlich auf die finanziellen Erträgniffe gerichtet; die vom
Staat und feinen Organen abgefehrte Seite des Lebens wird des:
halb weniger beleuchtet. Aber auch in diefer Befchränktheit liefern
unfere Quellen doch namentlich vom 15. Jahrhundert ab ein ungemein
anfchauliches und nıannigfaltiges Bild vergangener Zeiten, das ‚fich
in den folgenden Blättern nur in einzelnen feiner Hauvytziige ZU
Darftelunag bringen Läßt.
„0 Ortlieb und Berthold in den Mon.Germ.SS., X, S. 64—124;
Sn allein in den Württ. Gefchichtsquellen (ältere Serie), II, (1889),
SS. 9351.