Volltext : Württembergische Bauzeitung : Wochenschrift für Architektur und das gesamte Baugewerbe (1903/04)

1.  Oktober  1904.

WÜRTTEMBERG1SCHE  BAUZEITUNG.

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erbauten  Irrenanstalten,  insbesondere  dem  in  dieser  Beziehung
noch  immer  vorbildlichen  Alt-Scherbitz,  erprobt  sind;  sie  sind
einfach  und  übersichtlich.  Nach  vorn  und  südlich  liegen  die
Tagräume,  der  mittlere  mit  Ausgang  auf  die  Veranda  und  von
da  direkt  in  den  Garten.  Ein  zweiter  Eingang  befindet  sich
an  der  Rückseite  (oder  bei  den  offenen  Häusern  der  ersten
und  zweiten  Klasse  seitlich)  und  führt  auf  einen  kleinen
Korridor,  auf  welchen  die  Nebenräume  (Spülküche,  Abort,

von  Hartpreßkork,  teils  von  Filzpappe  verlegt  ist.  Badezimmer,
Spülküchen  u.  s.  w.  haben  Plättchenboden.
Die  Grundrisse  der  offenen  Pavillons  für  Kranke  der  ersten
und  zweiten  Klasse  (Nr.  4  und  6)  sind  ähnlich  wie  die  für
die  dritte  Klasse,  enthalten  aber  statt  der  gemeinsamen  Tagund
  Schlafräume  eine  größere  Zahl  von  Einzelzimmern,  die
sich  um  den  mittleren  Tagraum,  der  hier  als  Eßzimmer  dient,
gruppieren.

Abb.  6.  Grundriß  des  Wirtschaftsgebäudes.
1.  Speisekammer.  2.  Milchkammer.  3.  Speisezimmer  und  Tagraum.  4.  Gemüseputzraum.  5.  Spülküche.  6.  Kochküche.  7.  Speiseabgabe.  8.  Waschküche.  9.  Raum
zum  Sortieren  und  Lüften.  10.  Wäscheannahme.  11.  Trockenraum.  12.  Flickstube.

Requisitenraum  mit  Schuhablage)  münden.  Ein  weiteres  I
Zimmer,  welches  vom  Gang  wie  vom  Tagraum  aus  zugänglich ­
  ist,  dient  je  in  einem  der  Pavillons  als  Zimmer  für  eine
Oberwärterin  (Nr.  7  a)  bezw.  Oberwärter  (Nr.  5  a),  in  den  andern
(Nr.  7  b  und  c)  als  Nähstube  oder  Beschäftigungsraum  (Nr.  5  b
und  c).  Im  ersten  Stock  liegen  über  den  Tagräumen  drei
Schlafsäle  mit  je  acht  Betten,  ein  kleinerer  mit  fünf  Betten,
ferner  ein  Zimmer  für  Einzelpflege,  Abort,  Wasch-  und  Badezimmer. ­
  Die  Waschtische  sind  mit  Kippschalen  versehen.
Zimmer  für  das  Pflegepersonal  und  Garderobe  sind  im

Abb.  7a.  Grundriß  des  Erdgeschosses  eines  offenen  Pavillons.
1.  Zimmer  der  Oberwärterin,  sonst  Nähstube.  2.  Tagräume.  3.  Requisitenraum
und  Schuhablage.  4.  Spülküche.  5.  Gang.  6.  Aborte.

Dachstock.  In  den  Tagräumen  kommt  auf  einen  Kranken  eine
Grundfläche  von  4 l / 2 —5 l / 2  qm;  in  den  Schlafräumen,  die  nur
nachts  belegt  sind,  fallen  auf  den  Kopf  mindestens  20  cbm
bei  einer  Zimmerhöhe  von  3,6  m.  Türen  und  Fenster  sind
von  gewöhnlicher  Konstruktion,  letztere  mit  Stabjaiousien
versehen.
Der  Fußboden  besteht  —  in  allen  Krankenpavillons,  soweit ­
  Krankenräume  in  Betracht  kommen  —  aus  Linoleum,
welches  jeweils  im  Erdgeschoß  auf  Torgament,  im  ersten
Stock  auf  gewöhnlichem  Holzboden  mit  Zwischenlage  teils

In  den  Pavillons  für  halbruhige  Kranke  (Nr.  14  und  19
des  Plans),  welche  am  stärksten  belegt  sind,  ist  die  Anordnung ­
  eine  andre.  Die  Nebenräume  sind  hier  in  den  Mittelbau ­
  verlegt,  auf  beiden  Flügeln  befinden  sich  im  Erdgeschoß
die  Tag-,  im  ersten  Stock  die  Schlafräume.  Auf  diese  Weise
erhält  man  in  jedem  der  beiden  Pavillons  eigentlich  zwei
räumlich  voneinander  getrennte  Abteilungen  von  16—17Kranken,
welche  nur  Bad,  Waschraum  und  Abort  gemeinsam  haben.
Im  ersten  Stock  befinden  sich  im  Mittelbau  noch  zwei  kleinere
Zimmer  für  Einzelpflege.

Abb.  7b.  Grundriß  des  ersten  Stocks  eines  offenen  Pavillons.
1.  Schlafräume.  2.  Wasch-  und  Badezimmer.  3.  Einzelpflege.  4.  Gang.  5.  Aborte.
Von  den  Pavillons  der  geschlossenen  Anstalt  mögen  zwei
Typen  angeführt  werden:
Die  Aufnahme-  und  Ueberwachungshäuser  für  ruhige
Kranke  der  dritten  Klasse  (Nr.  15  und  20)  enthalten  neben
dem  Tagraum,  der  wieder  direkten  Ausgang  auf  die  Veranda
und  in  den  Garten  hat,  drei  kleinere  Zimmer,  welche  je  nach
Bedürfnis  teils  als  Nebenzimmer  zum  Tagraum,  teils  für
Einzelpflege  verwendet  werden  können.  Hinter  diesen  liegen
zwei  Wachabteilungen  mit  je  11  Betten,  von  denen  die  eine
zur  Beobachtung  der  Neuaufgenommenen,  die  andre  für
            
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