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1. Das Calwer Haus.
Als früheste Schöpfung Fischers im Wohnhausbau kann das sogenannte
Calwer Haus auf dem großen Graben in Stuttgart angesprochen
werden. (Es wurde im Jahre 1776 erbaut. Originalrisse davon sind
nicht mehr vorhanden; doch fanden sich in der städtischen Bauregistratur
einige Pläne etwas jüngeren Datums, die den ursprünglichen Zustand
ziemlich genau wiedergeben dürften.
Der wohl abgewogene Grundriß ist hakenförmig angelegt und aus
der Gegebenheit des E>bauplaßes entwickelt. Im Erdgeschoß liegen
in der Hauptsache Geschäftsräume, während die beiden Obergeschosse
ausschließlich Wohnzwecken dienen. In der Symmetrieachse der Hauptsront
liegt das Portal mit Vestibül und Treppe. Die Front ist durch
zwei zweiachsige, architektonisch gegliederte Seitenrisalite gefaßt, die
eine fünfachsige Rücklage verbindet. Die Symmetrieachse ist in richtigem
Gefühl bis zum Hauptgesims hinauf ziemlich zurückhaltend behandelt,
darüber aber durch einen eingeschossigen Giebelaufbau stark
akzentuiert, der die Gesamtfront gut zusammenfaßt. Charakteristisch --auch
für alle folgenden Bauten =- ist die Horizontalgliederung in
ein rustiziertes Sockelgeschoß mit abschließender Stogurt und einem
zweigeschossigen Aufbau mit reicher Stuckdekoration. Die Architektur
ist <aratteristisch Louis XVI., doch weist die Ornamentik, 3. B. die
Schlußsteine, noch ausgesprochenen Rokokocharakter auf; sie erinnern
an die Formen des Residenzschlosses, mit dessen Ausbau Fischer soeben
beauftragt worden war.
In den nächsten Jahren folgen zwei große Häuser an der Planie
und der Karlstraße: Das E>haus für den Rotgerber Schmid und das
daran anstoßende des Hofsilberarbeiters Sick, beide fertiggestellt etwa
um 1779. Den Bauherren hatte dex Herzog. Steuerfreiheit auf 40 Jahre
zugesichert und außerdem noch Hausteine von dem erst kurze Zeit vorher
abgebrochenen „Neuen Bau“ kostenlos zur Verfügung gestellt; galt es
doc<h, an dieser bevorzugten Stelle die Wand des Sc<hloßplates mit
hochwertigen Bauten zu schließen und die Verbindung mit der Altstadt
herzustellen.
2. Haus des Rotgerbers Schmid.
Das Haus wurde im Jahre 1779 zwischen Bach- und Karlstraße
erbaut. Der Grundriß ist hakenförmig angelegt und zwar so,
daß ein langer schmaler Flügel mit der Durchfahrt in der Symmetrie-