Volltext : Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer 1746 - 1812

achse sich entlang der Planie erstreckt, der gewerblichen Zwecken zu
dienen bestimmt war; während der bedeutend tiefere aber kürzere
Wohnflügel winkelre<ht dazu an der heutigen Karlstraße liegt. Das
Dach ist troß der verschiedenen Gebäudetiefen in gleicher Firsthöhe
durchgeführt ; eine Staffelung der Firste wäre vom städtebaulichen Standpunkte
 aus unerträglich gewesen. Der architektonische Aufbau des dreigeschossigen
 Gebäudes an der Plaßfront zeigt in vertikaler Hinsicht die
<arakteristische Gliederung in einen rustizierten Untersto> und den zweigeschossigen
 stuckierten Aufbau. Die Front selbst ist durch zwei lisenengefaßte
zweiachsige, seitlich angeordnete Vorlagen und ein einachsiges Mittelrisalit
 aufgeteilt. Hier lag im Erdgeschoß das ehemals reich durchgebildete
 Durchfahrt8portal, über Dach schloß das Risalit mit einem
Frontispiz ab. Über die Einzelheiten der Dekoration fehlen Anhaltspunkte.
 Die unwichtige Front an der Karlstraße bringt eine einfache
Reihung von neuen Fenstern; in der; Mittelachse sitt das für die
Fischersche Formensprache sehr <arakteristische Eingangsportal mit profilierten
 Gewänden und weitausladender horizontaler, auf Konsolen
ruhender Verdachung, die in Höhe des Stockgurtes liegt. I< weise
auf die formale Verwandtschaft mit dem Portal des Calwer Hauses hin ).
3. Haus des Hofsilberarbeiters Si>.
Dieses Haus weist bereits einen Grundriß auf, der für die späteren
Wohnbauten Fischers typisch ist: In der Mitte ist die Durchfahrt
zum Hof angeordnet, seitlich davon, an die Hofwand des Hauses
gerückt, liegt das dreiläufige Treppenhaus ganz der französischen Regel
entsprechend. Im Erdgeschoß sind links und rechts der Durchfahrt
Geschäfts- und Werkstatträume untergebracht. Im Obergeschoß reihen
1) An dieser Stelle muß das Oberamteigebäude -- jekt Justizministerium -=-genannt
 werden, das mit dem eben skizzierten Shmids<hen Hause zusammen die
Südwand der Planie bildet, Die Geschlossenheit der Wand über den Straßendur<bruch
 hinweg ist durc) die gleiche horizontale Gliederung bei gleicher Höhenlage
 von Gesims und Dach gewahrt. Die Front des Oberamteigebäude3 beherrscht
ein dreiachsiges Mittelrisalit mit Frontispiz. In formaler Hinsicht wird die Dekoration
shon etwas strenger gewesen sein. Wann der Entwurf entstanden ist, ist nicht ganz
klar. Schon im Jahre 1775 ist die Rede davon, aber erst in den Jahren 1784-1787
wurde das Haus erbaut. Im Grundriß entwickeln sich zu beiden Seiten eine8 durchlaufenden
 Flures die ziemlich gleihmäßig abgewogenen Räume. Im Vestibül hat
Fischer eine monumentalere Lösung versucht, die aber infolge der geringen Tiefenentwiklung
 nicht ganz geglückt ist. Die Haupttreppe ist ziemlich nebensächlich behandelt
und in einem besonderen Rauw vom Vestibül abgetrennt. Die Gliederung des rechteckigen
 Baukörpers zeigt denselben Charakter, wie die Wohnhausbauten.

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