Volltext : Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer 1746 - 1812

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shwer angehen konnte. Was den Krüppel-Walm an den beiden Kopfseiten
 anbelangt, so kommt er bei Fischer einigemal, 3. B. an dem Wirtshaus
 „Zur Garbe“ bei Hohenheim, dem Schloß zu Gaildorf und noch
in seinem lezten Entwurf zur Meierei von Egloöheim vor. Ein Stich
von 1798 -- eine Reklame für das Gasthaus „Zum König von England" --gewährt
 ein interessantes Bild des dreigeschossigen Hauses mit dem mächtigen
Mansarddach. Danach waren die Stoc>werke mit einer Stuckarchitektur
in reicher Pilastergliederung toskanischer, dorischer und jonischer Ordnung
 in der üblichen Schichtung dekoriert. Die Fenster zwischen den
Pilastern zeigen Umrahmungen mit horizontalen Stürzen im Erdgeschoß,
in den Obergeschossen solche mit giebel- bzw. bogenförmigen Verdachungen
 im Wechsel und im Dachaufbau wieder solche mit horizontalen
Stürzen. Die Überkragungen der Stockwerke sind als Gesimsvorsprünge
ausgebildet. Pilaster-Ordnungen an ausgekragten Geschossen sind in
solcher Anordnung ein ungewohntes Bild. Aber man war damals
mehr darauf eingestellt, die ganze zart reliefierte Architekturgliederung
als reine Dekoration zu sehen.
Das Haus wurde im Jahre 1793 erbaut, wie die Inschrift im
Schlußstein der Tordurchfahrt sagt, und im Jahre 1798 umgebaut,
erweitert und stark renoviert*). Die Aufschrift auf dem vorgenannten
Stiche spricht zwar von 1798 als dem Erbauungsjahr, aber das
geschah entweder irrtümlich oder vielleicht auch aus Reklamerücfsichten.
Die Pläne in der städtischen Bauregistratur geben kein klares Bild über
die damaligen Veränderungen. Später wurde dann das Haus für
städtische Bürozwecke innerlich noch einmal stark umgebaut, sodaß der
heutige Grundriß kein Bild der ehemaligen Raumdisposition vermitteln
kann. Im ersten Obergeschoß befand sich ehemals ein großer Speiseund
 Festsaal, der mit reicher Pilasterdekoration ausgeziert war.
12. Der „König von Württemberg“.
Ganz ähnlich wie die Architektur des „Königs von England" müssen
wir uns diejenige des „Königs von Württemberg", Ed>e Kronprinzund
 Langestraße vorstellen. Auch dieses Haus ist mit Stocwerks-Überkragungen
 versehen. Von seiner Architektur ist nur noch das Portal
an der Kronprinzstraße erhalten. Im Innern hat das Gebäude derartige
 Veränderungen erfahren, daß vom ehemaligen Zustand nichts
mehr zu erkennen ist.
1) Nach ven noch vorhandenen Akten der städtischen Bauregistratur Stuttgart.
            
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