Full text: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 124, 1969)

Gesellschaft für Naturkunde . 
enge Verbindung zur Württ. Heilanstalt, jetzt: Psychiatrisches Landes- 
krankenhaus, in Schussenried abgerissen ist. Für die Mitglieder- 
bewegung sind folgende Zahlen zu nennen. 1881 174 (in Ulm und 
Biberach je über 20) — 1887: 293 — 1899: 185 — 1917: 125 —- 19832: 123 — 
1967: 65. Weitere Einzelheiten finden sich in den Akten, die ich von 
NEUNHÖFFER übernahm. Solange ich noch im Dienst war, kam ich jedoch 
nicht dazu, mich mit dieser Erbschaft zu befassen, und bei meiner Pensio- 
nierung verlor ich im Trubel des Umzugs die Kiste aus den Augen. Erst 
diesen Herbst, als ich mich schon mit Rücktrittsabsichten trug, habe ich 
mich daran erinnert und die staubige Angelegenheit nicht nur geordnet, 
sondern auch durchforstet, soweit es mir angebracht schien. Weitere Unter- 
lagen, vor allem der Briefwechsel des einstigen Vorsitzenden Baron Könıc- 
WARTHAUSEN, sind in der Geschäftsstelle beim Staatl. Museum für Natur- 
kunde in Stuttgart vorhanden. 
Am 31. Januar 1917 wurde in Aulendorf eine neue Satzung („Sat- 
zungen des Oberschwäbischen Zweigvereins für vaterländische Natur- 
kunde“) aufgestellt. (Sie erschien nicht in den Jh.) Die Verwaltungsperiode 
wird nunmehr auf 3 Jahre festgesetzt. Auch sonst erscheint die neue Sat- 
zung moderner; offenbar haben Juristen mitgewirkt. Aber noch immer 
belasten bindende Bestimmungen, indem der Jahresbeitrag, die Zahl der 
Versammlungen, eine Teilnehmerliste usw. ausdrücklich vorgeschrieben 
sind. 1917 wurde der „Oberschwäbische“ auch eingetragener Verein. Das 
Amtsgericht Biberach bestätigte mir am 21. Oktober 1968: „Der genannte 
Verein war im hiesigen Vereinsregister Bd. I No. 7 eingetragen. Im Zuge 
der Umschreibung des Vereinsregisters in Karteiform wurden von hier aus 
Ermittlungen über das Bestehen des Vereins angestellt. Diese blieben er- 
folglos. Der Verein wurde deshalb am 14. Februar 1968 von Amts wegen 
im Vereinsregister gelöscht.“ Nachdem wir die Eigenschaft unseres Vereins 
als e. V. wieder entdeckt haben, hätten wir uns entschließen müssen, ob es 
dabei verbleiben soll. Eine Notwendigkeit hierzu besteht aber meines 
Erachtens nicht, zumal der Verein in „Oberschwäbischer Vereinszweig“ 
umgetauft wurde (vgl. Satzung des „Hauptvereins“ vom 25. Juni 1961, 
Jh. 116, S. 307). Durch die genannte Entscheidung des Amtsgerichts sind 
wir sowieso jeder weiteren Beschlußfassung enthoben. 
Über die Aufgaben des Vereins wird in den Statuten 1874 und in 
der Satzung von 1917 fast gleichlautend berichtet; es handelt sich um ähn- 
liche Gesichtspunkte wie bei dem „Hauptverein“. Während man heute 
nach Möglichkeit kurz formuliert und gewisse Entwicklungen offen läßt, 
war man damals ausführlicher; es wurde z. B. betont, daß „Anthropologie 
und Ethnologie nicht ausgeschlossen sein sollen“. Es ist bemerkenswert, 
daß die Interessen und die Mitglieder des Vereins ziemlich weit in das 
Bayerische Schwaben hineinreichten. Die „Statuten“ (1874) grenzten das 
„Forschungsgebiet“ genau ab („geologisch vorzugsweise der Verbreitungs- 
bezirk der Molasse“) und geben im Osten die Wasserscheide der Iller — 
sichtlich ist deren östliche Wasserscheide gemeint — an. Die „Satzungen“ 
(1917) lassen das Gebiet jedoch an der Iller enden. Trotzdem heißt es auch 
hier: „Der oberschwäbische Zweigverein unterscheidet sich somit vom 
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