Full text: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 124, 1969)

Berichte 
ADAM, K. D.: Urmensch-Museum Steinheim an der Murr. Mittbl. Württ. Mus.- 
Verband Stuttgart 1968, S. 17-19. 
RızTE, A.: Das neue Federseemuseum in Bad Buchau. Mittbl. Württ. Mus.-Ver- 
band Stuttgart 1968, S. 8-10. 
SpoHr, O. H.: Südafrikanisches Schrifttum von vorwiegend deutschem Interesse, 
1965/1967. Inst. f. Auslandsbez. Stuttgart, Z. f. Kulturaustausch 18, 1968, 
S. 317-319. 
WAHLERT, G. v.: Aufgaben eines naturwissenschaftlichen Museums. Naturwiss. 
Rundschau 21, 1968, S. 477-478. 
Professor Dr. WıLL1ı HEnnıic Ehrendoktor 
Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Freien Univer- 
sität Berlin beschloß am 4. Dezember 1968 die Verleihung des Grades 
eines Dr. rer. nat. honoris causa an Professor Dr. WıLLiı HeEnnıc. Die 
feierliche Übergabe der Urkunde fand am 21. März 1969 im Gästehaus 
Scheufelen in Stuttgart statt. Nach Begrüßung durch Dr. K.-E. SCHEUFE- 
LEN, den 1l. Vorsitzenden der Gesellschaft der Freunde und Mitarbeiter 
des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart, ergriff Professor 
Dr. KLAUS GÜNTHER, Direktor des I. Zoologischen Instituts der Freien 
Universität Berlin, das Wort. Er sprach von der 
„Genugtuung, die mit mir alle meine biologischen Fachkollegen an unserer Uni- 
versität über den Fakultätsbeschluß für diese Ehrung empfinden. Gilt sie doch 
einer nach universitärer Weite, Tiefe und Intensität ihrer Gesichtspunkte ebenso 
wie nach ihrem Umfang unvergleichlichen wissenschaftlich-zoologischen Leistung. 
Sie ist erbracht worden auf dem zentral bedeutungsvollen, ungeheuer viel- 
schichtigen und fast unübersehbar problemreichen zoologischen Teilgebiet der 
phylogenetisch-stammesgeschichtlichen und der an ihr orientierten taxonomisch- 
systematischen Forschung. 
Dieses zentral integrierende, alle übrigen Teilbereiche der Zoologie umgrei- 
fende Gebiet der zoologisch-phylogenetischen und zoologisch-systematischen For- 
schung wird heute von den Universitäten allenfalls noch in der Lehre, aber fast 
nicht mehr in der Forschung vertreten. Die Universitäten haben hierin seit einem 
halben Jahrhundert gleichsam Last abgeworfen. Sie haben diesen — schon wegen 
der ungeheuren Formenfülle des Tierreichs — exorbitanten Aufgabenbereich dele- 
giert, da sie den hier notwendigen materialbedingten, sammlungstechnischen, 
personellen und bibliographischen Voraussetzungen nicht mehr gewachsen sein 
konnten. Sie haben sie delegieren müssen an die Forschungsstätten der Natur- 
kunde-Museen: Diese Museen sind heute die einzigen und berufenen Forschungs- 
zentren, die die gewaltige und unabweisbar im Mittelpunkt der zoologischen 
Wissenschaft stehende Aufgabe der phylogenentischen und taxonomischen For- 
schung tragen, da sie an den Universitäten keine Stelle mehr haben kann. 
Wenn die Bewältigung dieser Aufgabe immer wieder auch die stille und selbst- 
lose Lebensarbeit des Gruppenkenners und zoologischen ‚Spezialisten‘ voraus- 
setzt, haben die Vertreter der Zoologie an den Universitäten mit Dankbarkeit 
auf diese Tätigkeit ihrer Museumskollegen zu sehen; und wo aus solcher grund- 
legenden Klein- und Feinarbeit in analytisch-synthetischem Bemühen eine ge- 
waltige, programmatisch richtungsweisende, vielschichtig erfüllende Wissenschafts- 
leistung emporgewölbt werden konnte, wie die, derentwegen wir hier zusammen- 
gekommen sind, tritt zur Dankbarkeit das Empfinden einer bewegten Bewunde- 
rung. Denn mit dieser Leistung ist der — heute allein an den Zoologischen 
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