Full text: Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 124, 1969)

© Kleine Mitteilungen 
1.2. 9 8 4 2 2 z 2 4 Häher 
5.6. 7. 8 9 10 11 12 183 14 15 16 Uhr 
Von den 36 Hähern zogen 16 nach W-WSW, fünf nach SW, sechs 
nach S, zwei nach SE, sechs nach E und einer nach NW. Nach den Zug- 
richtungen könnte man annehmen, daß unsere Vögel über den baltischen 
Raum und weiter südlich gelegene Gebiete zu uns gelangten. Im Randecker 
Maar weist die Richtung des normalen Tagzugs wohl infolge der Lage des 
Passes SW-S. Die Tannenhäher kamen dagegen, ähnlich den Saatkrähen, 
von Osten her über die Albhochfläche geflogen und zogen nach W-WSW 
weiter. 
Fast alle Beobachter bezeichnen Haselnüsse als Hauptnahrung. Nur in 
wenigen Fällen werden Insekten erwähnt (z.B. Mistkäfer, Laufkäfer, 
Wespen und deren Larven). Mehrfach scheint reiches Fliegen- (und Ma- 
den-)Angebot wald- oder gebüschnaher Viehweiden die Häher angelockt zu 
haben. 
Schrifttum 
BACMEISTER, W. (1913): Der Tannenhäher in Württemberg und sein letztes zahl- 
reiches Auftreten daselbst im Herbst 1911. Jh. Ver. vaterl. Naturk. Württ, 69, 
266-276. 
BERNDT, R., und P. DAnckKer (1960): Analyse der Wanderungen von Garrulus 
glandarius in Europa von 1947 bis 1957. XII Intern. Orn. Congr. 1958, 97-109. 
HEgr, E. (1956): Die Invasion des Tannenhähers (Nucifraga caryocatactes) in 
Württemberg 1954/55. Jh. Ver. vaterl. Naturk. Württ. 111, 200-206. 
HEIDEMANN, J., und E. ScHüz (1936): Der Massenzug des sibirischen Tannen- 
hähers im Jahre 1933. Mitt. Vogelw. 35, 37-44. 
RınnHorER, G. (1969): Starker Tannenhähereinflug auf dem Darss. Der Falke 16, 
24-26. 
WuLF GATTER, Kirchheim (Teck) 
Eine Brut der Bekassine bei Böblingen 
Vom 10. bis zum 26. Mai 1969 bebrütete ein Bekassinen-? ein Zweier- 
gelege auf der „Hulb“ bei Böblingen. Am 27. Mai war das Gelege ver- 
lassen. Beide Eier waren faul. Ein unversehrtes Ei (38,5 mm X 29,1 mm) er- 
hielt die Sammlung des Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart. 
Die Nestmulde befand sich im dichten hohen Grase eines knapp hektar- 
großen, im Vorjahr nicht mehr gemähten Streuwiesenkomplexes, einen 
halben Meter neben einem kleinen mit Sumpfdotterblumen zugewachsenen 
und verkrauteten Entwässerungsgraben. Das S war spätestens vom 7. Mai 
an nicht mehr am Platze. Dies entspricht ebensowenig der Norm wie die 
geringe Eizahl (GLuTz 1962); es handelte sich demnach um eine ge- 
schwächte Brut. 
Im Einzugsgebiet des Neckars ist die Bekassine auf württembergischem 
Boden nicht sicher als Brutvogel nachgewiesen (HÖLZINGER 1969). Aus dem 
Raum zwischen Schwarzwald und Alb wurden im letzten Jahrzehnt nicht 
einmal Brutversuche bekannt; alljährliches Verweilen bis Anfang oder nach 
278
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.