Volltext : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 134, 1979)

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pa ist B. mortoni offenbar weit aber auffallend diskontinuierlich verbreitet.
 Wie Aspöck und AspöcK (1969) annehmen, beruht dieses Verbreitungsbild
 auf der Bindung an Koniferen, insbesondere Kiefern, unter
gleichzeitiger Wahrung eines Areals, welches dem ursprünglichen Vorkommen
 der Nadelhölzer in Mitteleuropa entspricht. In die weiten Gebiete
mit sekundärer Nadelholz-Aufforstung ist B.mortoni anscheinend nicht
gefolgt, ein Hinweis auf die geringe Ausbreitungsfähigkeit dieser Art.
Welche Faktoren für diese Stenökie verantwortlich sein könnten, ist nicht
bekannt. Das bisher bekannte Verbreitungsgebiet der Art umfaßt Schottland,
 Fennoskandien (Schweden, Norwegen, Finnland), Österreich,
Deutschland, Rumänien. Überall scheint sie nur selten und vereinzelt gefunden
 zu werden. Im Süden ihres Areals ist sie wohl auf die Mittelgebirge
 und Alpen beschränkt, entsprechend dem ursprünglichen Vorkommen
von Fichte und Kiefer. Die bekannten Fangdaten umfassen die Zeit von
Juni bis September.
Kıs, NAGLER und MAnDrRu (1970) führen für Rumänien an, daß sich
B. mortoni auf Fichte, Kiefer und Wacholder in xerothermen Biotopen
findet, eine Angabe, die auch ganz auf den Fundort am Lochen zutrifft.
Zusammen mit B. mortoni konnten am Lochen noch die beiden ebenfalls
auf Koniferen beschränkten Hemerobiiden Hemerobius nitidulus FABRICIus
 und Hemerobius pini STEPHENS von Kiefern, bzw. von Kiefern und
Fichten gestreift werden. H. nitidulus stellte zur angegebenen Zeit im untersuchten
 Gebiet den dominierenden Vertreter der Planipennier. Diese
Art bevorzugt ebenfalls deutlich xerotherme Biotope. In geringerer Zahl
fand sich auf Kiefern und Fichten die Coniopterigide Coniopteryx pygmaea
 ENDERLEIN, auch eine auf Koniferen beschränkte, in Europa weit
verbreitete und häufige Art. Überall im besammelten Gebiet trat die
Chrysopide Chrysopa perla L. zahlreich auf, während Chrysopa carnea
STEPHENS, der wohl häufigste mitteleuropäische Vertreter der Netzflügler
und zugleich eine ubiquitäre Art, auffällig zurücktrat.
Schrifttum
Aspöcg, H., und U. (1969): Die Neuropteren II. Die Neuropteren Mitteleuropas.
Ein Nachtrag zur „Synopsis der Systematik, Okologie und Biogeographie der
Neuropteren Mitteleuropas“.
Aspöcg, H. (1963): Zwei für Mitteleuropa neue Arten des Genus Kimminsia KILL.
(Neuroptera, Hemerobiidae). — Nachrichtenbl. Bayer. Ent. 12: 53—56.
Kıs, B., C. NAGLER, C. MAnDru (1970): Neuroptera (Planipennia). Fauna Republicii
socialiste Romania, Insecta Bd. 8, Teil 6. Bukarest.
LAUTERBACH, K.-E. (1970): Die Planipennier oder echten Netzflügler der Umgebung
 von Tübingen (Insecta-Neuroptera). — Veröff. Landesst. Naturschutz
Landschaftspfl. Bad.-Württ. 38: 113—133.
- (1972): Die Planipennier oder echten Netzflügler der Umgebung von Tübingen
 (Insecta-Neuroptera). Erster Nachtrag. Veröff. Landesst. Naturschutz
Landschaftspfl. Bad.-Württ. 40: 141—144.
Anschrift des Verfassers:
Dr. K.-E. LAUTERBACH, 4800 Bielefeld 1, Fakultät f. Biologie, Abt. Morph.
Syst. Tiere, Postfach 8640.
Jh. Ges. Naturkde. Württ. 134 (1979)

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