Nachrufe
tigkeit im geologischen Dienst des Landes Württemberg-Baden, der
wiedergegründeten Geologischen Abteilung des Württembergischen Statistischen
Landesamtes, die 1952 in das Geologische Landesamt Baden-Württemberg
als Zweigstelle übergeführt wurde. Dieser Landesbehörde
blieb er bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Jahre 1971
treu.
Zunächst war unser aller Anstellung nicht so ganz gesichert, denn ein
Auftrag der amerikanischen Besatzungsmacht, die Anfertigung von hydrogeologischen
und bodenkundlichen Karten, welcher eine Steinbruch-Aufnahme
folgte, war zeitlich begrenzt, und hinter unseren Namen als Landesangestellten
stand drohend das k.w. (künftig wegfallend). Aber wir
alle suchten unsere Unentbehrlichkeit zu beweisen, stürzten uns in das
Gutachtengeschäft und begannen 1 : 25 000-Blätter zu kartieren. EISENHUT
nahm das Blatt Murrhardt auf, dem später noch vier weitere Blätter folgten.
Doch die Lage konsolidierte sich, wir wurden nach und nach ins
Beamtenverhältnis übernommen und waren in Zusammenarbeit mit vielen
kommunalen und Landesbehörden, aber auch mit der freien Wirtschaft
eng verbunden um das Wohl der Bürger bemüht.
EUGEN EISENHUTS Arbeitsbezirk umfaßte einen großen Teil des Schwäbischen
Waldes. Dort bestand ein bedeutender Nachholbedarf in der Wasserversorgung;
zahlreiche Gemeinden hatten nur Einzelbrunnen und waren
nur schwer zum Bau von modernen, zentralen Versorgungsanlagen zu bewegen.
Geologen mußten da oft auch Diplomaten sein. Meist konnten frei
ausfließende Quellen den ständig steigenden Bedarf nicht decken, und so
mußten in zunehmendem Maße Tiefbohrungen sinnvoll angesetzt, wissenschaftlich
geleitet und hydrologisch getestet werden, wobei ein reiches
Wissen gewonnen wurde. Im Dienstbezirk gab es den rutschfreudigen
Knollenmergel, der neben dem großen Nachholbedarf im Straßen-, Brükken-
und Hausbau zu ingenieurgeologischen Gutachten Anlaß gab. Rohstoffe
für die Steine- und Erden-Industrie mußten beschafft werden. Später
kam die Ausweisung von Wasserschutzgebieten und der Nachweis großer
Müllplätze hinzu. Die steigende Verwendung von Erdöl-Produkten
ließ die Verschmutzungsgefahr für das Grundwasser so stark anschwellen,
daß ein oft massiver Einsatz der zuständigen Geologen nötig wurde. So
hat EUGEN EISENHUT um 900 Gutachten erstellt und war zu einem verläßlichen
Ratgeber in den ihm anvertrauten Landkreisen geworden, den man
auch nach 1971 im Ruhestand noch fragte. In seiner bescheidenen Art
kartierte er in aller Stille noch die Blätter Gschwend, Gaildorf, Schorndorf
und Göppingen. Mit fünf Blättern in der Nachkriegszeit hält er den
Rekord unter allen Kollegen des gesamten Amtes. Die Blattdarstellung ist
außerordentlich sorgfältig gestaltet, obschon der stark zu untergliedernde
Keuper nicht einfach aufzunehmen ist. Die Abfassung der Erläuterungen,
die er fast durchweg freiwillig und unentgeltlich während seiner Ruhestandsjahre
durchführen mußte. weil ihm die anderen Amtsgeschäfte während
der Dienstzeit keine Möglichkeit ließen, weist ihn als einen geologischen
allroundman aus, würdig der in den deutschen Landesämtern gepflegten
Tradition.
Er hat aber auch die gute Tradition der alten deutschen Landesgeologen
Jh. Ges. Naturkde. Württ. 134 (1979)
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