Subrosions-Erscheinungen in Trias-Gipsen
9,45 m Obere Dolomite
41,35 m Obere Anhydrite
26,50m Anhydrit
7,60m Dolomit-Zone
Bänke von 0,9 + 1,5 + 0,9 m
7,25m Anhydrit
36,00m Steinsalz
1,00m Untere Anhydrite
2,35 m Untere Dolomite
2.1.1. Forchtenberg
In dem zwischen Niedernhall und Sindringen liegenden Abschnitt des
Kochertales hat sich der Fluß in den Mittleren Muschelkalk eingeschnitten,
und so war der darin enthaltene Gips einem Stollenbergbau zugänglich.
Im Jahre 1957 wurden die Untertage-Abbaue geologisch aufgenommen.
Dieser recht mühsame Bergbau war jedoch nicht die erste Gipsgewinnung
in dieser Stadt. Nicht ohne Grund war Forchtenberg die Heimat der
berühmten Bildhauerfamilie KERN (MÜLLER 1954).
Der Ruhm der Dynastie Kern gründet sich auf vielen Alabaster-Plastiken der
Renaissancezeit, die noch heute in Schöntal, Langenburg, Künzelsau, Laudenbach,
Forchtenberg, aber auch an vielen Orten des Fürstbischtums Würzburg erhalten
sind. Der Stammvater MıcHAEL KERN (1529-1603) war Tünchermeister. Am berühmtesten
war der dritte MICHAEL KERN (1580—1649); er beließ seine Werkstatt
trotz Berufung nach Würzburg in der Heimatstadt, was möglicherweise dadurch
zu erklären ist, daß er sich von seiner Rohstoffbasis nicht entfernen wollte. Das
Stammhaus liegt so am Hang, daß man von seinem Keller aus ins Gipslager eindringen
konnte. In der Tat ist ein Abbau aus jenen Zeiten durch Funde in einer
verstürzten Strecke erwiesen; das Bergbeil, eine Olfunzel und ein Schubkarren
sind auf etwa 1650 datiert worden. Erst 1816 wird der Untertageabbau urkundlich
erwähnt, aber man verbot in diesem Jahr den Abbau unter den Gebäuden
des Städtchens, und somit wurde seine Existenz als etwas Altbekanntes vorausgesetzt.
1896 begann Georg Wolfahrt einen etwas größeren planmäßigen Abbau
außerhalb der Stadt. Die Bergrechte wurden 1924 von CHRISTIAN BÜHLER erworben,
der mit dem aus einem 25 m tiefen Schacht geförderten Rohstoff ein kleines
Gipswerk betrieb. 1943 wurde vom Bahnhof aus ein Stollen vorgetrieben, um in
den ausgehauenen Hallen einen vor Bomben gesicherten Fertigungsbetrieb unterzubringen.
Nach Erschöpfung des stadtnahen Feldes wurden zwei Bohrungen
abgeteuft und zwei größere Suchstollen aufgefahren. Im östlichen Stollen wurde
ein Gipslager gefunden, das den Bedarf des kleinen Werkes noch einige Jahre
lang deckte, bis der wegen hoher Ausbaukosten unrentable Bergbau 1959 aufgegeben
wurde.
Durch den Abbau wurden etwa 13m Gips erfaßt; die Sohle lag auf
bankigem, körnig verwitterndem Dolomitstein, unter welchem erneut Gips
folgte; letzterer wurde durch zwei je 20m tiefe Gesenke erschlossen,
konnte aber wegen starkem Wasserzudrang nicht abgebaut werden. Er
wurde erneut durch Dolomitstein unterlagert. Nach sehr ungenauen Aufzeichnungen
lautet das Profil wie folgt:
Jh. Ges. Naturkde. Württ. 134 (1979)
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