Probleme des menschlichen Lebensraumes aus ökologischer Sicht
Aufgabe für die Herrschenden, die regionalen Wünsche bzw. Notwendigkeiten
in Verhandlungen aufeinander abzustimmen. Bei solchen Verhandlungen
gilt es, weltweit einen sinnvollen Ausgleich z.B. bei den Nahrungsmitteln,
dem Trinkwasser, der Energie usw. zu erreichen. Okologisch richtiges Verhalten
stellt die elementare Grundlage des Weiterlebens der Menschheit dar. Nur
alle Menschen gemeinsam können dieses Ziel erreichen. Daher ist eine sozioökologische
Denk- und Handlungsweise notwendig, welche von der Gesellschaft
aller Menschen getragen. wird. Diese Denk- und Handlungsweise, die
grundsätzliche Überlebenschance, muß allerdings schnell realisiert werden.
Alles Bisherige stellt m. E. nur bescheidene Ansätze zur Lösung der Probleme
dar, welche unsere Zukunft leider nicht garantieren. Wir haben auf diesem
sozio-Ökologischen Gebiet eine große Verantwortung.
3. Beispiele zur Charakterisierung der ökologischen Problematik
Lassen Sie mich die Problematik, ja die Fragwürdigkeit unseres im Grunde
genommen immer noch viel zu sorglosen volkswirtschaftlichen Tuns hier an
zwei Beispielen aufzeigen, welche gerade für die hier versammelten Vertreter
des kulturellen Erbes von besonderer Bedeutung sind:
1. Die „Beseitigung“ der Abgase von Hausbrand und Industrie erfolgt seit
Urzeiten in die Luft. In hochtechnisierten Ländern sind in letzter Zeit neue
Vorschriften über die Reinigung der Abgase vor ihrer Freisetzung in die Luft
erfolgt (z.B. in der Bundesrepublik Deutschland mit der „TA Luft“; Einbau
von Filtern durch den Verursacher). Diesem bescheidenen Fortschritt in einigen
Ländern steht aber eine drastische Verschlechterung der Luftqualität in
anderen Staaten gegenüber. Letztere dürften in der Überzahl sein. Aus wirtschaftspolitischem
Ehrgeiz, fragwürdigem Wachstumsstreben und oft auch in
Unkenntnis der Folgen für die Umwelt wird in manchen Staaten heute ein
Zustand in Kauf genommen, wie er früher bei uns ebenfalls herrschte. Exportstreben
und Entwicklungshilfe haben diese Probleme leider gefördert. Nun
sind sie weltweit verbreitet. Trotz Filtereinbau darf allerdings der absolute
Gesamtausstoß an Schadstoffen in den Industriestaaten nicht bagatellisiert werden.
Er läßt sich in der Luftverschmutzung weltweit von der Antarktis bis
nach Grönland (z.B. WANDTNER 1982) und auch im Grundwasser nachweisen
(z.B. MATTHEss 1973, Abb. 40 und 41).
An vielen Stellen treten solche Schäden örtlich auf. Auf Gemeindeebene sind
vor allem die von der Luftverschmutzung herrührenden Gebäudeschäden
bekannt geworden (z.B. WANDTNER 1982). Kirchen, Schlösser, ja viele, wenn
nicht alle Bauwerke haben in unterschiedlicher Weise unter den Abgasen zu
leiden. Was dem Hausbrand jahrhundertelang in ausreichendem Maße standgehalten
hat, wird durch den verstärkten Energieverbrauch der Bewohner und
besonders durch die industriellen Abgase in kurzer Zeit ruiniert. Denkmalpfleger
und Architekten sehen sich daher zu riesigen Restaurationsarbeiten veranlaßt,
um die Zeugen des kulturellen Erbes erhalten zu können. Ist dies finanziell
realisierbar? Bei diesen Bemühungen ist zu beachten, daß diese Arbeiten ja
laufend weitergeführt werden müssen, solange die Ursache nicht abgestellt ist.
Daher ist es selbstverständlich, daß auch die Vertreter des kulturellen Erbes an
[h. Ges. Naturkde. Württ. 138 (1983)