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GEORG KLEINSCHMIDT
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Abb. 17: Das Emblem von GANOVEX III. Vgl. Text.
Australien; die Rekonstruktion von CRADDOcK (1970, 1982, Abb. 15) wurde
zumindest sehr zweifelhaft.
Da auch im Kristallinbereich, westliches N-Victorialand, fast alle Altersdaten
um 480 Ma liegen, wurde die Existenz nur einer Orogenese (Ross-Orogen) auf
ganz N-Victorialand übertragen (TESSENSOHN et al., 1981).
Dieses simple Bild vom geologischen Aufbau Victorialands erfuhr durch
GANOVEX III (1982/83) kräftige Korrekturen. Eine erste Komplikation ergab
sich für die grabenartig eingesenkte paläozoische Bowersgruppe (Abb. 12).
War die Verstellung dieser Schichtenfolge vorher auf „Bruchfaltung“ im Zusammenhang
mit der Grabenbildung zurückgeführt worden (TESSENSOHN et
al., 1981), so stellte sich jetzt ihre intensive echte Faltung heraus (Abb. 19);
selbst grobklastische Gesteine weisen eine durchdringende Schieferung auf
(Abb. 20). Nach allen Daten (Stil, Radiometrie, geologischer Rahmen) kann
dafür nur die Ross-Orogenese verantwortlich gemacht werden. Da aber zumindest
der jüngere, ordovizische Teil dieser Schichtenfolge fast im selben
Zeitraum sedimentiert wurde, in dem die Ross-Orogenese stattfand, wird die
Zeit für dieses Ereignis außerordentlich eng — ein bis jetzt ungelöstes Problem!
GANOVEX II widmete sich besonders einigen Gebirgen im Kristallinbereich
Victorialands, z.B. der Lanterman-Range (Abb. 11, 12). Hier hat sich
herausgestellt, daß der Ablauf der Gesteinsmetamorphose(n) so kompliziert
ist, daß thermische Ereignisse, die älter als Ross-Orogenese sind, nicht mehr
ausgeschlossen werden können. Mehrfachfalten mit unterschiedlichen Achsenlagen,
bei denen jeweils die ältere Faltenachse durch die jüngere verfaltet wird
(Abb. 21), passen ebenfalls nicht zu einem einheitlichen orogenetischen Geschehen!
Damit waren zwar die älteren Vorstellungen keineswegs restauriert,
‚h. Ges. Naturkde. Württ. 139 (1984)