Full text : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 145, 1990)

CA

EDGAR NITSCH

Sulciferites SPATH 1922
TA S. sulciferus (BUCKMAN)
Involut-hochmündig mit kräftigen, regelmäßig gegabelten Rippen, die
sich extern an einem glatten Band gerade oder stumpfwinklig gegenüberstehen.

(oberes Hettangium — unteres Sinemurium)
Angulaticeras QUENSTEDT 1883, ICZN Opinion 324
TA A, lacunatus (BUCKMAN)
Involut und hochmündig, mit zahlreichen, unregelmäßigen Rippen und
rundem bis hochovalem Windungsquerschnitt. Die Rippen stehen sich
auf der Externseite in stumpfem Winkel an einem glatten Band oder einer
schmalen Rinne gegenüber, häufig mit undeutlichen Knoten oder Verdikkungen
 an den Rippenenden und am Innenbug.
(unteres — oberes Sinemur)
Die Trennung der Gattungen Sulciferites und Angulaticeras wird derzeit noch
diskutiert, möglicherweise müssen sie zusammengefaßt werden (BiLoos 1988).
Anhand der Skulpturmerkmale des Holotyps (dünne, leicht sinusförmige, unregelmäßige
 Rippen etc.) läßt sich die vorliegende Art jedoch in jedem Fall der
Gattung Aneulaticeras zuordnen;

Diskussion

Aufgrund der Abbildung bei QUENSTEDT (1883: Taf. 3, Fig. 8; Abb. 1 oben)
und dessen Hinweis auf „Amm,. angulatus var. Charmassei CHAPUIS“ (QuzEn-STEDT
 1883: S. 40) wurde die Art bisher zu Schlotheimia (Charmasseiceras) SPATH
1922, (ZıeGLER et al. 1973), bzw. Sulciferites SPATH 1922, emend. Donovan und
FORSsEY 1973 (SCHLEGELMILCH 1976) gestellt. BLoos (1979: Abb. 4.1) bildet ein in
Erscheinungsbild und Maßen sehr ähnliches Stück, ebenfalls aus der rotiforme-Subzone,
 als Angulaticeras posttaurinus (WÄHNER 1886) ab, weist aber auf Unterschiede
 zu WÄHNERs Stücken hin (leicht zunehmende Nabelweite der letzten
Windung gegenüber abnehmender Nabelweite bei den Originalstücken).
Als Unterscheidungsmerkmal zwischen den Gattungen Angulaticeras und
Sulciferites, welche im Untersinemur nebeneinander vorkommen (z.B. S. charmassei
 (ORBIGNY 1844), A. boucaultianum (OrBiGNY 1844)) ist die häufig angeführte
 „dichtere Berippung“ bei Angulaticeras sicher ungeeignet, wie die quantitativen
 Angaben durch SCHLEGELMILCH (1976) deutlich machen (Sulciferites
36—80, Angulaticeras 40-65 (120) Rippen/Umgang, meist zunehmend mit
wachsendem Durchmesser). Eine Unterscheidung läßt sich nur anhand der
gröberen, regelmäßig gabelnden Rippen bei Sulciferites gegenüber dünneren,
unregelmäßigen, oft sinusförmigen Rippen bei Angulaticeras treffen — wenn
überhaupt (BLoos 1988). Nach diesen Kriterien ist Ammonites angulatoides jedoch
 ein Angulaticeras: Angulaticeras angulatoides (QUENSTEDT 1883).

Aufbewahrung

Das Stück wird im Naturkundemuseum Reutlingen aufbewahrt (Inv.-Nr.
F-2222). Abgüsse wurden an das Institut und Museum für Geologie und

Ih. Ges. Naturkde. Württ. 145 (1990)
            
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