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Grundlagenuntersuchungen
zur Landschaftspflege
Landespflege und Standortskartierung
Von Heinz Ellenberg
Die Landespflege strebt nach einer allen Nutzungszwecken gerechten,
zugleich aber naturverbundenen, gesunden und harmonisch wachsenden
Ordnung der Kulturlandschaft, Dieses Ideal kann nur in täglicher Kleinarbeit
und mit mancherlei Kompromissen Schritt für Schritt verwirklicht
werden. Gelegenheit zu solchen Fortschritten besteht vor allem
dort, wo ‚Eingriffe in die historisch gewordene und von der Natur mitbestimmte
Verteilung der Pflanzen und Pflanzengemeinschaften erfolgen,
beispielsweise beim Begründen von Grünflächen aller Art, beim Verjüngen
von Forsten oder Straßenbäumen, bei der Neuanlage von Obstpflanzungen,
Weinbergen oder anderen Sonderkulturen, bei der Kultivierung,
Melioration oder Aufforstung von Ödland, bei der Feldbereinigung
und beim Rationalisieren landwirtschaftlicher Betriebe, bei der
Regelung von Flüssen, bei der Anlage von Straßen und Bahnen, beim
Einfügen technischer Großbauten in die Landschaft oder bei der Erweiterung
von Städten.
Wenn diese Gelegenheiten nicht im Sinne der Landespflege genützt oder
wenn sogar zuweilen verhängnisvolle Fehler gemacht werden — sei es in
der Wahl der Pflanzenarten und -sorten, in der Verteilung der Nutzungsweisen
oder in der Beurteilung der Folgen technischer Eingriffe —, so
liegt das in der Regel weder am guten Willen der verantwortlichen
Stellen noch an der unbelehrbaren Willkür einzelner, sondern sehr
häufig an einem ungenügenden Überblick über die von der Natur begünstigten
Nutzungsmöglichkeiten oder über die naturgesetzlich eintretenden
Auswirkungen der geplanten Maßnahmen. Und dieses Ungenügen
ist in den seltensten Fällen persönliches Versagen, sondern
meistens Mangel an wissenschaftlichen Unterlagen oder an entsprechender
Schulung im normalen Ausbildungsgang der betreffenden Sachbearbeiter,
Hier liegen also wichtige Aufgaben der Grundlagenforschung
und der angewandten Wissenschaften, aber auch des Beratungswesens
und der Schulen sämtlicher Stufen bis hinauf zu den Hochschulen, Ohne
Hilfe von allen diesen Seiten wird das Mühen auch der eifrigsten
„Landespfleger‘* Stückwerk bleiben müssen,
Aus der Fülle der im Rahmen der Landespflege notwendigen wissenschaftlichen
Aufgaben sei hier nur die Frage nach den naturgegebenen
Anbaumöglichkeiten von Nutzpflanzen herausgegriffen,
(O*