Pleistozäne Säugetier-Reste und Schotterablagerungen
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der Kiesgrube, deren Höhendifferenz zum Jagstspiegel (205,8 m ü. NN) seinerzeit
14 m betrug (frdl. mdl. Mitt. Herr Forstdirektor i.R. H. NEUNHOEFFER,
ehemaliger Leiter des Staatlichen Forstamts Schöntal), Demnach waren die
Fundstücke auf einem Niveau von ca. 214 m ü. NN eingebettet. Über die näheren
Fundumstände eines weiteren Unterkiefer-Backenzahns von einem Mammut,
der von Herrn A. STAHL, Bieringen, 1973 bei der Kiesentnahme im Zuge
der Flurbereinigung geborgen wurde, ist heute nichts mehr bekannt. Während
der geologischen Kartierung 1985 wurden im lockeren Kies der inzwischen
ständig verlegten Grube, am Fuß der östlichen Abbauwand, zahlreiche Splitter
eines Mammut-Backenzahns aufgesammelt. Im höheren Teil der Wand war
vermutlich durch Regen ein größeres Zahn-Fragment gelöst worden, das beim
Aufprall zerschellte. Eine intensive Suche nach weiteren Teilen in den noch
anstehenden Kiesen blieb jedoch ohne Erfolg. Die Splitter wurden im Staatlichen
Museum für Naturkunde zu mehreren Lamellen eines Mammut-Backenzahns
(M 1? sup. dex.) zusammengesetzt.
Zur gleichen Zeit war im NE der Kiesgrube bei ca. 213m ü. NN eine 1m
mächtige Feinsandlinse angeschnitten. Sie wurde auf der Suche nach weiteren
Fossil-Resten fast vollkommen abgegraben, wobei neben unbestimmbaren
Knochensplittern ein Ellen-Fragment eines Mammuts sowie ein Milchbackenzahn
eines Wildpferds geborgen wurden. In Tab. 4 sind die Funddaten der Säugetier-Reste,
die im Laufe der Zeit aus der Bieringer Kiesgrube geborgen wurden,
zusammengefaßt.
Mit ständiger Ausdehnung des Abbaus war Mitte 1988 der E-Rand der Subrosionssenke
erreicht und die Kiese weitgehend ausgeräumt. Kurz vor der Verfüllung
waren ca. 40m nördlich des Zufahrtswegs senkrecht verstellte Kiesschichten
aufgeschlossen, in denen ein Lackprofil für das Hällisch-Fränkische
Museum, Schwäbisch Hall, abgenommen wurde. Dabei fand Herr Dr. H.
HAGDoRrRN, Ingelfingen, im ca. 1m abgerutschten Kies an der S-Wand der Kiesgrube
ein Artefakt aus Oberjura-Hornstein. Die Höhenlage der Fundstelle betrug
211,65 m ü. NN. Unter Berücksichtigung der kleinen Rutschung dürfte
damit das ungefähre Einbettungsniveau bei ca. 213m ü.NN gelegen haben.
Das Artefakt wurde von Herrn Dr. E. WAGNER, Landesdenkmalamt Baden-Württemberg,
bestimmt und der altsteinzeitlichen Kulturstufe des Moust&rien
(Mittelpaläolithikum) zugeordnet. Als Hersteller darf allgemein der europäische
Neandertaler gelten (Sımon et al. 1990).
4. Gliederung und Alter der Terrassenablagerungen
Außer den oben beschriebenen Terrassenablagerungen sind im Jagsttal zwischen
Marlach und Kloster Schöntal weitere Schottervorkommen unterschiedlicher
Höhenlagen bekannt (Tab. 5). Da sie örtlich zusammenhängend. von der
heutigen Talaue bis in Höhen von bis zu 33 m über die heutige Jagst hinaufreichen,
beinhalten sie ein Spektrum verschieden alter Flußablagerungen. Nach
bisherigen Erkenntnissen kann durch Parallelisierung der Terrassenniveaus
von Kocher und Jagst weitgehend folgende, z. T. durch Fossilfunde belegte, altersmäßige
Zuordnung getroffen werden (ZEESsE 1972, HAGDORN u. SIMON
1985, Sımon 1988):
Ih. Ges. Naturkde. Württ. 146 (1991)
Ih. Naturkde. Württ. 146 (1991)