FRANK-OTTO HADERER
len Enden der Metatarsalia die distad-laterade Gleitbewegung dadurch berücksichtigt,
daß die Metatarsalia zur Mittellinie des Eindrucks von Zehe III schräg
stehen. Bei Zehe III wurden die ungefähren Längen der Phalangen ermittelt;
die gezeichnete Winkel-Stellung der Phalangen 2, 3 und 4 ist sicher in dieser
Weise anatomisch nicht möglich.
Nach all diesen Überlegungen können für das Trittsiegel bzw. für das daraus
rekonstruierte Fußskelett folgende Merkmale festgestellt werden:
1. Das Trittsigel weist, selbst nach gedachter Ausstreckung der Stauchung,
eine relativ kurze Mittelzehe auf.
Der Fährtenerzeuger hatte sehr wahrscheinlich am distalen Ende von Metatarsale
II kein Rollengelenk, sondern eine gerundete Gelenkoberfläche,
welche es ihm, mit einer entsprechenden Gleitfläche am proximalen
Ende von Phalange 1, ermöglichte, Zehe II in der dargestellten Weise
extrem laterad abzuspreizen: Der Winkel zwischen den Mittellinien von
Metatarsus und Zehe II beträgt etwa 45°.
Das Trittsiegel weist, insbesondere an Zehe II und III, markante Phalangengelenkpolster
auf und die Zehen sind in Relation zum ganzen
Trittsiegel relativ breit.
Die distalen Enden der Metatarsalia liegen eng beieinander.
Vergleiche: Das vorliegende Trittsiegel (Abb. 2A) hat hinsichtlich der
Merkmale 1, 2 und 4 ein sehr gutes Aquivalent in dem aus dem Unteren Stubensandstein
Ostwürttembergs bekanntgewordenen tridactylen Trittsiegel des
Rühlenbachtales (Abb. 2B, HADErer 1990). Die Übereinstimmung wird noch
deutlicher, wenn man sich in Abb. 2 A den Abdruck der Hornscheide an Zehe
IV ergänzt denkt, welcher durch die erwähnte Beschädigung nicht erhalten ist
(punktierte Linie in Abb. 2 A). Die Differenzen der beiden Trittsiegel hinsichtlich
Merkmal 3 sind unwesentlich: Die Zehenbreite gehört nicht zu den Merk-E
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Abb. 2: Vergleich des Stromberg-Trittsiegels und dessen rekonstruiertem Fußskelett (A)
mit B: dem Trittsiegel und rekonstruiertem Fußskelett des Rühlenbach-Fährtenrestes
(aus HADERER 1990) C: dem Fußskelett von Syntarsus (nach RAATH aus HADERER 1990)
und dessen rekonstruiertem Trittsiegel.
Jh. Ges. Naturkde. Württ. 147 (1992)