Volltext : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 147, 1992)

Beobachtungen auf Dauerquadraten im Irndorfer Hardt

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Abb. 1: Blick vom Dauerquadrat VIII in nordöstlicher Richtung, vorne seit langem
nicht mehr gemähtes Grasland, dahinter regelmäßig gemähte Magerwiesen, im Hintergrund
 vor den Baumgruppen „Kalksteinkuppe“. Aufnahmedatum 12. 8. 1981.

Irndorf gehörte. In ihn wurde das Vieh getrieben. Diese Wirtschaftsweise
dürfte viele Jahrhunderte zurückreichen. Ob das Naturschutzgebiet jemals in
der Nacheiszeit wirklich mit dichtem, geschlossenem Waldbestand bedeckt
war, läßt sich weder beweisen noch leugnen. Zweifellos handelt es sich bei den
Standorten im Irndorfer Hardt um potentielle Waldstandorte. Andererseits
kann man sich das Überdauern einzelner, wohl schon vor der nacheiszeitlichen
 Bewaldung vorhandener Reliktarten wie der Bleichweide (Salix starkeana)
 in einem geschlossenen Waldgebiet kaum vorstellen.
Als Relikte aus der Waldweidezeit können einige Pflanzen gedeutet werden,
die im Irndorfer Hardt heute noch vorhanden sind, aber in regelmäßig gemähten
 Magerwiesen nicht gedeihen. Der Weiße Germer (Veratrum album) und
der Gelbe Enzian (Gentiana Iutea) wachsen heute vor allem an den Rändern
von Wäldern und Gehölzgruppen. Wegen ihrer Giftigkeit werden sie vom
Vieh nicht gefressen und können sich auch heute in den Alpen und im Schweizer
 Jura zu unbeliebten Weideunkräutern entwickeln.
Ein beträchtlicher Teil des Artenbestandes ist allerdings sowohl in beweideten
 wie in gemähten Magerrasen anzutreffen. Dies gilt z.B. für im Irndorfer
Hardt so häufige Arten wie Borstgras (Nardus stricta), Blutwurz (Potentilla
erecta), Pfeilginster (Genistella sagittalis) usw. Als aus dem stark aufgelichteten
Weidewald durch Parzellierung unter Aufgabe der Allmende „Holzwiesen“
entstanden, bei denen zwischen den Bäumen mit der Sense gemäht wurde,
wurde der Artenbestand insgesamt wohl nur relativ wenig verändert. Die nicht

Ih. Ges. Naturkde. Württ. 147 (1997
            
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