Volltext : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 147, 1992)

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OSKAR SEBALD

mähfesten Arten fanden und finden immer noch ausreichend Zufluchtsorte.
Der Übergang zu den „Holzwiesen“ steht wohl im Zusammenhang mit der
Einführung der Stallfütterung und dürfte daher erst im 18. Jahrhundert erfolgt
sein. Genauere Angaben fehlen für das Irndorfer Hardt (vgl. LOHRMANN 1934).
Das Mähen mit der Sense zwischen den Bäumen fand nach Angaben älterer
Irndorfer Einwohner auf einzelnen Parzellen noch in den ersten Jahren nach
dem zweiten Weltkrieg statt. Allerdings hatte schon in der Vorkriegszeit das
Mähen mit Maschinen eingesetzt. Dem maschinellen Mähen waren die Bäume
im Weg, so daß der Baumbestand nach und nach geringer wurde. Auch das
Aufkommen des Kunstdüngers erleichterte die Düngung ortsferner Wiesen.
Es war also höchste Zeit, als 1932 die erste, 3,2 ha große Fläche im Irndorfer
Hardt für Naturschutzzwecke aufgekauft wurde, um die stark gefährdete Magerwiesenflora
 zu retten. In einer Aufstellung über „die württembergischen
Naturschutzgebiete“ von SCHWENKEL (1935: 27) wird mit Nr. 29 das „Irrendorfer
 Hardt“ noch mit einer Größe von 3,07 ha als „Holzwiese mit reicher Flora“
und als Schutzgebiet seit 1932 angegeben.
Bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs waren schon rund 45 ha des 103 ha
großen Naturschutzgebiets durch die Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg
 (damals noch Verein für vaterländische Naturkunde in Württemberg)
angekauft. Darunter waren zweifellos die botanisch schutzwürdigsten Parzellen.
 Zwischen 1955 und 1989 wurden in unregelmäßigen Abständen weitere
Parzellen angekauft, so daß sich 61 ha im Besitz der Gesellschaft für Naturkunde
 befinden. Die Aufkäufe waren nur möglich durch erhebliche staatliche
Zuschüsse. Die noch nicht aufgekauften Parzellen des Naturschutzgebiets bestehen
 vorwiegend aus privaten Wirtschaftswiesen sowie einigen randlichen
Waldparzellen. Fast alle privaten Besitzer haben sich neuerdings dem Extensivierungsprogramm
 angeschlossen.

3. Lage und Standortverhältnisse
Das Naturschutzgebiet Irndorfer Hardt liegt auf der Hochfläche der südwestlichen
 Donaualb etwa 4km NNW von Irndorf in einer Höhenlage von
855 m bis etwa 880 m NN. Das Gelände des Naturschutzgebiets ist flach hügelig
 mit mehreren, weiten, mehr oder weniger zusammenhängenden Muldenzügen,
 in denen auch mehrere Erdfälle sich befinden. Die Sohlen dieser Erdfälle
sind die tiefsten Punkte des Naturschutzgebiets. Das parkartige Wiesengelände
ist ringsum von mit Buchen- und Fichtenwäldern bedeckten Kuppen umgeben,
 die bis 925m NN erreichen. Der nördliche Teil des Naturschutzgebiets
liegt im Bereich der Topographischen Karte 1:25 000 Blatt 7819 Meßstetten,
SE-Quadrant, der südliche auf Blatt 7919 Mühlheim an der Donau, NE-Quadrant.

Den geologischen Untergrund bilden im ganzen Irndorfer Hardt die Felsenkalke
 des oberen Weißen Juras. An die Oberfläche treten die Felsenkalke allerdings
 nur in einzelnen Dolinen als kleine Felsstotzen oder Felstreppen. Sie
geben hier immerhin Gelegenheit für das Vorkommen von Mauerpfeffer-Fluren
 und einiger Kalkfels-Moose. Ferner ist der Boden im Bereich einzelner
Kuppen so flachgründig, daß Kalksteine da und dort an die Oberfläche kom-Jh.

 Ges. Naturkde, Württ. 147 (1992)
            
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