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Hans W. SMETTAN
Das Untersuchungsgebiet
Geographische Lage
Die Lauffener Neckarschlinge liegt etwa 10km südsüdwestlich von Heil
bronn/Nordwürttemberg. Wegen des von der Zaber in die ehemalige Flußschlinge
geschütteten Schwermnmkegels wird heutzutage die höchste Höhe in
dem Altarm mit 166 m über NN im Westen gemessen, während im östlichen
Teil 164,4 m angegeben werden. Deshalb fließt jetzt das Wasser im Südteil der
Schlinge entgegengesetzt der ursprünglichen Laufrichtung des Neckars.
Geologie
Nach WıLp (1955 und in BACHMANN u. a. 1977) war durch die pliozäne oder
altpleistozäne Aufwölbung des Hessigheimer —Besigheimer Muschelkalkrükkens
(= Hessigheimer Sattel) der Neckar gezwungen, sich in diese harte Kalklagen
einzutiefen. Dabei kam es zu den charakteristischen Talmäanderbildungen
mit der Neckarwestheimer, der Kirchheimer und der Lauffener Schlinge.
Hiervon ist die Schlinge bei Neckarwestheim nach BRUNNER und HINKELBEIN
(1985) im Alt- oder möglicherweise in Mittelpleistozän, die bei Lauffen aufgrund
der „jung anmutenden Talform“ als letzte vom Neckar verlassen worden.
Die von WıD zur Wassererschließung durchgeführten Bohrungen lassen
den heutigen Aufbau der alten Neckarschlinge von Lauffen erkennen: „Unter
einer humosen Bodenzone steht allgemein ein zum Teil stark sandig-schluffiger
Lehm an, in dem humose Tonlagen bzw. verlehmte Torfschmitzen eingelagert
sind. In einer Tiefe zwischen 3,00 und 3,5 m gehen die sandig-lehmigen
und humosen Ablagerungen in sandigen Kies über. Vielfach ist der Kies rinnenförmig
ausgeräumt. In den flachen Vertiefungen ist dann meist ein verunreinigter
Torf abgelagert“. Der Schotterkörper selbst, der über dem Muschelkalk
der Talsohle ansteht, ist 2-4 m mächtig.
Die eigenen Untersuchungen bestätigen diesen Befund. Außerdem konnten
in den Sedimenten Hölzer von Erle, Weide und Hasel sowie verschiedene
Blättchen von Braunmoosen neben einigen Früchten nachgewiesen werden.
Klima
Das Gebiet gehört zu den klimatisch begünstigten Landschaften Deutschlands.
Ziemlich milde Winter, lange Vegetationsdauer, ausreichende Wasserversorgung
und wertvolle Böden (Parabraunerden) erlauben den Anbau anspruchsvoller
Kulturen, so daß es nicht verwunderlich ist, daß die Umgebung
von Lauffen spätestens seit der Jungsteinzeit in allen vorgeschichtlichen und
veschichtlichen Epochen besiedelt war.
Heutige Vegetation
Zur besseren Deutung der pollenanalytischen Befunde ist es wichtig, auch
die heutige Vegetation in der Neckarschlinge und ihrer Umgebung zu erfassen.
Jh. Ges. Naturkde. Württ. 147 (1992)