Volltext : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 147, 1992)

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Hans W. SMETTAN

Das Untersuchungsgebiet
Geographische Lage
Die Lauffener Neckarschlinge liegt etwa 10km südsüdwestlich von Heil
bronn/Nordwürttemberg. Wegen des von der Zaber in die ehemalige Flußschlinge
 geschütteten Schwermnmkegels wird heutzutage die höchste Höhe in
dem Altarm mit 166 m über NN im Westen gemessen, während im östlichen
Teil 164,4 m angegeben werden. Deshalb fließt jetzt das Wasser im Südteil der
Schlinge entgegengesetzt der ursprünglichen Laufrichtung des Neckars.

Geologie

Nach WıLp (1955 und in BACHMANN u. a. 1977) war durch die pliozäne oder
altpleistozäne Aufwölbung des Hessigheimer —Besigheimer Muschelkalkrükkens
 (= Hessigheimer Sattel) der Neckar gezwungen, sich in diese harte Kalklagen
 einzutiefen. Dabei kam es zu den charakteristischen Talmäanderbildungen
 mit der Neckarwestheimer, der Kirchheimer und der Lauffener Schlinge.
Hiervon ist die Schlinge bei Neckarwestheim nach BRUNNER und HINKELBEIN
(1985) im Alt- oder möglicherweise in Mittelpleistozän, die bei Lauffen aufgrund
 der „jung anmutenden Talform“ als letzte vom Neckar verlassen worden.
 Die von WıD zur Wassererschließung durchgeführten Bohrungen lassen
den heutigen Aufbau der alten Neckarschlinge von Lauffen erkennen: „Unter
einer humosen Bodenzone steht allgemein ein zum Teil stark sandig-schluffiger
 Lehm an, in dem humose Tonlagen bzw. verlehmte Torfschmitzen eingelagert
 sind. In einer Tiefe zwischen 3,00 und 3,5 m gehen die sandig-lehmigen
und humosen Ablagerungen in sandigen Kies über. Vielfach ist der Kies rinnenförmig
 ausgeräumt. In den flachen Vertiefungen ist dann meist ein verunreinigter
 Torf abgelagert“. Der Schotterkörper selbst, der über dem Muschelkalk
 der Talsohle ansteht, ist 2-4 m mächtig.
Die eigenen Untersuchungen bestätigen diesen Befund. Außerdem konnten
in den Sedimenten Hölzer von Erle, Weide und Hasel sowie verschiedene
Blättchen von Braunmoosen neben einigen Früchten nachgewiesen werden.

Klima

Das Gebiet gehört zu den klimatisch begünstigten Landschaften Deutschlands.
 Ziemlich milde Winter, lange Vegetationsdauer, ausreichende Wasserversorgung
 und wertvolle Böden (Parabraunerden) erlauben den Anbau anspruchsvoller
 Kulturen, so daß es nicht verwunderlich ist, daß die Umgebung
von Lauffen spätestens seit der Jungsteinzeit in allen vorgeschichtlichen und
veschichtlichen Epochen besiedelt war.

Heutige Vegetation
Zur besseren Deutung der pollenanalytischen Befunde ist es wichtig, auch
die heutige Vegetation in der Neckarschlinge und ihrer Umgebung zu erfassen.

Jh. Ges. Naturkde. Württ. 147 (1992)
            
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