IR
URSULA LAUXMANN
Familie Microsolenidae Kosy 1889
Gattung Meandrarea ETALLON 1859
M. parallela LAUXMANN 1991 b
Gattung Meandrophyllia D’ORBIGNY 1849
M. amedei (ETALLON 1864)
3. Die Korallenvorkommen der Schwäbischen Alb
3.1. Entwicklung, stratigraphische Lage und Verbreitung
Hinsichtlich des Ablaufes der Verschwammung, der Ansiedlung der Koral-Jen
sowie der stratigraphischen Lage und der Verbreitung der Korallenfazies
scheinen einige Bemerkungen angebracht. Ich beziehe mich dabei im wesentlichen
auf zahlreiche ältere Arbeiten, von denen ich hier stellvertretend GEvEr
u. GWINNER (1962, 1986) und GwInner (1958, 1965) erwähnen will. Die Riffentwicklung
im Weißen Jura der Schwäbischen Alb beginnt mit Schwamm-Riffen,
die im Bereich der Westalb („Lochenfazies“) z.T. schon im Weißjura
alpha 2 (Mittel- bis Oberoxfordium) einsetzt. Im Weißjura beta (Oberoxfordium)
sind bereits große Teile der Westalb verschwammt und auch im Bereich
der Mittleren Alb und der Ostalb treten gelegentlich kleinräumige Verschwammungen
innerhalb der geschichteten Fazies auf. Diese Entwicklung
setzt sich im Weißjura gamma (Unterkimmeridgium) im wesentlichen fort, bis
es im Oberen Weißjura gamma auf der Mittleren- und Ostalb zu einer größeren
Verschwammung und zur Stotzenbildung kommt. Ab dem oberen Weißjura
delta (Mittelkimmeridgium) ist mehr oder weniger der gesamte Bereich
der Schwäbischen Alb in die Verschwammung miteinbezogen, wobei es häufig
zu Schwamm-Stromatolith-Bildungen kommt. Nur das Gebiet um Urach
weist weitgehend im gesamten Weißjura delta eine gebankte Fazies auf. Im
Weißjura epsilon (Oberkimmeridgium) ist der Höhepunkt der Verschwammung
bereits überschritten und es setzt ein allmählicher Rückgang der
Schwamm-Fazies gegenüber der Bank-Fazies ein. Ab dem Weißjura zeta 1
(oberstes Kimmeridgium -— unterstes Untertithonium) werden die Lebensbedingungen
für die Kieselschwämme, bedingt durch eine zunehmende Verflachung
des Meeres, immer ungünstiger. Für Korallen entstehen dagegen optimale
Verhältnisse, was zu einer starken Ausbreitung gegenüber den
Schwämmen führt. Die Korallen benutzen jetzt häufig die von den Schwämmen
und Blaugrünalgen aufgebauten Riffe, die durch karbonatfällende und
-bindende Organismen so verfestigt werden, daß sie für die Planula-Larven
einen ausgezeichneten Untergrund für die Ansiedlung und für den Aufbau von
Biohermen bzw. Biostromen darstellen. Der Übergang vom Schwamm- zum
Korallenriff ist nur an wenigen Stellen zu beobachten. Er erfolgt nicht überall
isochron, da der Meeresboden im Weißen Jura zeta ein kräftiges submarines
Relief aufweist. Während also an manchen Stellen die Korallen gute Bedingungen
vorgefunden haben und deshalb den Schwämmen überlegen sind, herrschen
in anderen Gebieten noch die Schwämme vor oder bilden in den Übergangsbereichen
mit den Korallen eine enge Faunen-Vergesellschaftung. In der
Zeit des Weißjura zeta 2 (unteres Untertithonium) haben die Korallen ihre
stärkste Ausbreitung. Stellenweise setzt sich das Schwamm- und Korallen-Ih.
Ges, Naturkde: Württ. 147 (1992)