Volltext : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 147, 1992)

Beitrag zur Ökologie der beiden Quelljungfernarten

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Mischwaldgebiete von Schönbuch und Rammert zu erwarten sein dürfte. Bestätigt
 werden hier auch Hertz und BucHwaLD (1990), für die die momentanen
Lücken im Verbreitungsbild von C. bidentatus zum Teil auch ein „Kartierungsproblem“
 darstellen.

3. Methoden
Ermittlung der physikalischen und chemischen
Gewässerparameter
Von allen Untersuchungsgewässern wurden Breite, Tiefe und Fließgeschwindigkeit
 an der Wasseroberfläche ermittelt. Die Tiefenmessungen erfolgten
 an der jeweils tiefsten Stelle des Gewässerquerschnitts, die Fließgeschwindigkeit
 wurde mittels Driftkörpermethode (ScHwOERBEL 1986) bestimmt.
Die Messung der Wassertemperatur erfolgte in allen drei Untersuchungsgebieten
 nur sporadisch mittels eines Flüssigkeitsthermometers. Genaue Aufschlüsse
 über Extremtemperaturen und Temperaturgang sind auf diesem Wege
natürlich nicht erhältlich. Es ergeben sich aber doch Anhaltspunkte für die Bearteilung
 der Temperaturverhältnisse in den jeweiligen Gewässern.
Die Bestimmung der pH-Werte wurde mit Universalindikatorstreifen vorgenommen.


3.2. Erfassung der Larven
3.2.1 Allgemeines

Die Gewässer in allen Untersuchungsgebieten wurden quantitativ nach Larven
 abgesucht, um die Gesamtgröße der Larvenkolonien sowie deren räumliche
 Strukturierung zu ermitteln. Die Quellbäche wurden aufwärts bis zum
Quellaustritt untersucht. Bachabwärts erfolgte die Suche soweit, bis die Larvendichte
 stark abgenommen hatte und auf längeren Strecken keine Tiere
mehr gefunden werden konnten. Somit kann davon ausgegangen werden, daß
jeweils ein sehr großer Prozentsatz der Larvenkolonie erfaßt wurde.

3.2.2 Technik der Larvensuche
Die vielfach praktizierte Methode des Einschaufelns von Substrat in ein Sieb
mit anschließendem Durchspülen (Hertz und BucHwALD 1990) wurde für die
vorliegende Untersuchung modifiziert: Ein Metallsieb wird mit der Öffnung
gegen die Strömung ein wenig in den Bachgrund gedrückt, so dann eine Kehrschaufel
 0.ä. vor der Sieböffnung knapp über den Gewässergrund gezogen.
Die dabei entstehende Strömung wirbelt sämtliches Feinsubstrat mit den darin
befindlichen Larven auf und spült diese ins Sieb. Nach Artdiagnose und Vermessung
 wurden die Larven wieder freigelassen.
Gegenüber der eingangs geschilderten Methode des Einschaufelns ergibt sich
der Vorteil, daß das dort immer wieder vorkommende Verletzen und Töten
von Larven praktisch völlig vermieden werden kann. Die erzielte Erfassungsrate
 dürfte bei beiden Verfahren in etwa gleich hoch sein.

{h. Ges. Naturkde. Württ. 147 (1992)
            
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