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Bodenkunde/Ingenieurgeologie. Es folgten noch bodenkundliche Untersuchungen
im Stadtgebiet von Salzgitter und Aufnahmen für eine Baugrundkarte
in Göttingen, 1952 ging er zur Deutschen Schachtbau- und Tiefbohr-GmbH
nach Oberschwaben und ins Allgäu, wo er unter EBERHARD VoLz in der Kartierung
und für die Erdölexploration tätig war. Die dabei gesammelten Erfahrungen
und Anregungen führten einige Jahre danach zu mehreren Publikationen,
von denen die „Bibliographie der deutschen Erdöl- und Erdgasfelder 1933 —
1957“ schon einen Hauptzug GwinnEerschen Schaffens zeigt: das Zusammenstellen
von kaum Überschaubarem zu Faßbarem.
Bereits eineinhalb Jahre danach holte ihn Prof. ALDINGER, der Nachfolger
BRÄUHÄUSERS, als Assistent an das Institut zurück. Nun lernte ich MANFRED
GWINNER in Vorlesungen, in Übungen und auf Exkursionen schätzen. Er erwies
sich als sachkundiger, freundlicher und hilfsbereiter Förderer in den Fertigkeiten
geologischer Praxis. Diese Tätigkeit führte ihn auch mit IsoLD: Munz
zusammen, die Kunst, Kunstgeschichte und Geographie studierte, wozu. auch
Vorlesungen in Geologie erforderlich waren. Die glückliche Ehe mit der späteren
Gymnasialprofessorin in Heilbronn wurde schon 1954 geschlossen. Heilbronn
wurde auch sein Wohnsitz. Zwei Tage vor der Tagung des Oberrheinischen
Geologischen Vereins 1961 in Ulm, für die er zusammen mit ALDINGER
und Geyer Geschäfts- und Exkursionsführer war, wurde sein Sohn ALBRECHT,
fünf Jahre später sein Sohn GERALD geboren.
Unter Prof. ALDINGER begann 1955 die flächendeckende Kartierung der
Schwäbischen Alb im Maßstab 1:25 000 auf Anregung und im Auftrag von
Dr. ARTHUR RoLL, dem damaligen Chefgeologen und Direktor der Gewerkschaft
Elwerath. Dr. OTTO FRANZ GEYER und GwINNER waren die Assistenten.
Durch die gemeinsame Betreuung der zahlreichen Diplomanden und Doktoranden
über ein Dutzend Jahre hinweg ergab sich eine dauernde freundschaftliche,
fruchtbare Zusammenarbeit, die vor allem in dem geologischen Führer
„Der Schwäbische Jura“ und dem Standardwerk „Geologie von Baden-Württemberg“,
dem „GEYER/GwINNER“, ihren sichtbaren Niederschlag fand. Für die
beiden Assistenten brachte das Projekt Albkartierung viel Kleinarbeit mit sich.
GwinNnerR übernahm nebenbei die aufwendige Abrechnung der anfallenden
Personal- und Sachmittelkosten. Waren Aufschlüsse zu fotografieren — nicht
jeder Student hatte einen leistungsfähigen Fotoapparat —, dann sprang er ein.
Er hat damals auch für ein Buch, das ALDINGER über das Angeln herausgab,
viele Fotos gefertigt. Dabei mußten die verschiedenen Bewegungsabläufe beim
Werfen der Angel festgehalten werden. Beide Assistenten kartierten auch
selbst. Von GwINnEr stammt Blatt 7522 Urach. Mit der Arbeit „Geologie des
Weißen Jura der Albhochfläche (Württemberg)“ habilitierte er sich 1961 und
wurde 1967 zum apl. Professor ernannt. Rund 35 seiner Arbeiten befassen sich
mit dem Schwäbischen Jura.
Ab 1967 wandte sich Gwinner wieder der Trias zu, vor allem dem Muschelkalk.
Auch hier zeugen 32 Arbeiten von der Intensität, mit der er sich dem
neuen Aufgabengebiet widmete. Dabei kommt das Grundsätzliche seines Arbeitens
immer stärker zum Ausdruck. Er sammelte mit immensem Fleiß
Daten, ordnete und sichtete sie, doch vertiefte er sich nicht in Details, sondern
versuchte, die große Linie heraus- und klar darzustellen, wobei durchaus eigene
Jh. Ges. Naturkde. Württ. 147 (1992)