Volltext : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 147, 1992)

Potamogeton x decipiens NOLTE in Baden-Württemberg

7m

Potamogeton x decipiens NOLTE
Rheingießen bei Weisweil

en

Abb. 2: Potamogeton x decipiens NOLTE aus dem Rheingießen bei Weisweil (Baden).

zen mit ihren knickig hin und her gebogenen Stengeln und den angedeuteten
Kapuzenspitzen der Blätter eine gewisse Ahnlichkeit mit diesem haben. Die
alpin-boreale Verbreitung von P. praelongus und dessen stark abweichender,
wenig variierender anatomische Bau des Stengels (FIscHER 1907) machen seine
Beteiligung allerdings sehr unwahrscheinlich. Die nächsten Wuchsorte von P.
praelongus sind der Wuhrmühleweiher im Westallgäu (Rowscg und ScHÜTZ
1988) und der Lac de Longemer in den Vogesen (IssLEr et al. 1952). Weiterhin
gibt FıscHER (1907) in seiner Diagnose von P. x decipiens als stärker variierende
Merkmale die Zähnelung der Blätter, den anatomischen Bau des Stengels und
vor allem die Verzweigung an, die in verschiedener Merkmalskombination zur
einen oder anderen Elternart tendieren. Die u-förmig verdickten Endodermiszellen
 der Kressbronner Pflanzen erinnern stärker an P. /ucens, die o-förmig
verdickten der Rheingießen-Population dagegen an P. perfoliatus. Überhaupt
neigen die Bodenseepflanzen mehr zum Habitus und zur Anatomie des P, Iwcens
 als zu P. perfoliatus. Die habituelle Übereinstimmung mit einem von Bau-MANN
 im Jahr 1908 aus dem Untersee gesammelten Herbarexemplar („im See
bei der Ruine Schopflen“-Herbar d. Naturkundemuseums Karlsruhe) ist jedenfalls
 sehr gut ausgeprägt.
Eine Bildung von Früchten wurde bei Potamogeton x decipiens nie beobachtet
 (BAUMANN 1925, FISCHER 1907).

Ih. Ges, Naturkde. Württ. 147 (1992)
            
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