Full text : Jahreshefte der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg (Bd. 151, 1995)

Struktur und Gestalt — Aspekte heutiger Naturwissenschaft

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trem langlebigen Isotops %’Rb. In Rb-reicher kontinentaler Kruste wird
also 8’Sr stärker zunehmen als in Rb-armer ozeanischer Kruste.
Elementfraktionierung und Mineralzusammensetzung erlauben es, die
Herkunft von Graniten zu erschließen. Die bei der Magmenbildung durch
Aufschmelzen von Sedimenten und von Magmatiten entstehenden Schmelzen
 unterscheiden sich nämlich auch bei fast gleicher Bruttozusammensetzung
 der Hauptanteile. Die verschiedenen Granite sind ihrerseits in geologisch
 unterschiedlichen Positionen zu finden. Diese sind am besten gemäß
dem Modell der Plattentektonik zu charakterisieren: aus Sedimenten gebildete
 Granite kommen in Kollisionszonen vor; aus Magmatiten entstandene
an aktiven Kontinentalrändern und Subduktionszonen.
Von großer Bedeutung für Mineralumwandlungen und Transportprozesse
 ist der Wassergehalt der Magmen und der daraus resultierenden
Gesteine. Zur Lösung der Frage: Wie naß ist die Erdkruste? hat die Kontinentale
 Tiefbohrung (KTB) in der Oberpfalz wichtige Daten geliefert. Der
Einfluß von Fluiden auf Metamorphosevorgänge ist aber keineswegs gut
verstanden. Wichtig sind die Fluide auch für den Transport potentieller
Erzkomponenten; überkritisches Wasser ist ein ausgezeichnetes Lösungsmittel
 (HEDENQUIST u. LOWENSTERN 1994).
Wie aus der Fraktionierung von Spurenelementen Rückschlüsse auf die
Herkunft metamorpher Gesteine möglich sind, sei am Beispiel einer Untersuchung
 von Metamorphiten des Kristallins der oberostalpinen Silvretta-Decke
 aufgezeigt (MAGGETTI u. FLISCH 1993). Dieses Kristallin ist variskisch,
 enthält aber ältere Eklogite und Amphibolite. Um über diese genauere
 Kenntnis zu gewinnen und die hochgradige Metamorphose zu erklären,
 wurden geochemische Untersuchungen durchgeführt (Abb. 10). Diese

Ip

300

TiO2
ww

„-— WPB
MORD (x

X
/

A

N

DD

106

102 103
Zr ppm

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400

C

MORE
MORB

WPB

AS

7/1000 ppm

20

Abb. 10: Geochemische Untersuchungen an Eklogiten und Amphiboliten der Silvretta.
 Untersucht wurden über 100 Einzelproben (aus MAGGETTI u. FLISCH). a)
T:O,-Gehalt aufgetragen gegen Zirkon-Gehalt. Die Analysen liegen im dunklen
Feld und damit im Bereich der Ozeanbodenbasalte (MORB). Andere Felder: IAB =
Inselbogenbasalte; WPB = Intraplattenbasalte. b) Vanadium-Gehalt aufgetragen gegen
 Titan-Gehalt. Die Analysen fallen weitgehend mit dem Feld der Ozeanbodenbasalte
 zusammen.

Jh. Ges. Naturkde, Württ. 151 (1995)

Ges Naturkde. Württ. 151 (190°
            
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