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ULRICH KULL
49
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Hs.
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[gr
488. 58. 588. 558. eB6.
T [CI
Abb. 11: Druck-Temperatur-(pT-) Diagramm der alpinen Metamorphose der Adula-Decke.
Dicke schwarze Balken geben die beobachteten Metamorphosestadien (aufgrund
von Deformationsvorgängen und Mineralvergesellschaftungen) wieder (nach
Löw aus Hsü u. BRIEGEL).
zeigen, daß die genannten Gesteine aus Ozeanboden-Basalten hervorgegangen
sind. Nach dem Druck-Temperatur-Diagramm kann man auf eine
Umkristallisation bei 550/650 °C und 14-16kBar schließen. Diese Erkenntnisse
müssen nun in einen geologischen Rahmen eingefügt und in die
Erdgeschichte eingeordnet werden. Im Herkunftsgebiet der späteren Silvretta-Decke
existierte aber im Paläozoikum sehr wahrscheinlich kein Bereich
mit Ozeanboden (vgl. unten). Dann muß dieser ins Präkambrium gehören;
vermutlich hat auch die Metamorphose noch präkambrisches Alter.
Die Druck-Temperatur-Diagramme erlauben auch die Erfassung alpidischer
Metamorphose-Vorgänge, die dann mit den Deformationsprozessen
korreliert werden können, um so die Entwicklungsgeschichte einzelner
Einheiten genauer als bisher zu erfassen. Für das Kristallin der unterpenninischen
Adula-Decke der Ostschweiz deutet die Rekonstruktion des pT-Weges
(Abb. 11) auf eine rasche Bewegung der Gesteine bis in Tiefen von
etwa 40km während der zunehmenden (prograden) Metamorphose, die
bis zur Eklogitbildung führte. Dies ist nur durch Subduktion zu erklären:
die Adula-Einheit wurde mit benachbartem Ozeanboden in die Tiefe transportiert.
Die folgende retrograde Metamorphose unter Druckentlastung
fand beim Wiederaufstieg in Zusammenhang mit der Deckenbildung und
der Kollision mit der Tambo/Suretta-Einheit nach Verschwinden des nördlich
der mittelpenninischen Schwelle gelegenen Ozeanbodens statt. Schließ-Ih.
Ges. Naturkde. Württ. 151 (1995)