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Nachrufe
Gattung Hieracium; die gefundenen Arten, Unterarten und Varietäten
hat er nicht nur in Belegen niedergelegt, sondern auch ungemein sorgfältig
katalogisiert.2? Seine Befunde sind durch seine ständige Verbindung
und seinen Austausch mit dem verstorbenen Hauptkenner Professor
K. Zann (Karlsruhe) besonders gesichert und wertvoll geworden,
Ein drittes Hauptgebiet waren die Adventivpflanzen, für die KArı
MüöLLER zusammen mit WırneLm Kren der erste Kenner im Land. war.
Sie bilden eine Sondergruppe dieses Herbariums, Fast 600 Arten solcher
eingeschleppter Fremdpflanzen stellte er für Württemberg fest. Natürlich
enthält das Herbar auch die Belege aus der eingangs genannten
Kartierungstätigkeit KArı MÜLLERS,
Bei seinen Studien über die Flora der Schwäbischen Alb lag ihm ein
Arbeitsgebiet in besonderer Weise am Herzen: die Schaffung einer Flora
von Ulm und seiner weiteren Umgebung, Er sammelte für sie seit langer
Zeit Daten und Materialien. Diese beinahe vollendete Arbeit konnte
inzwischen durch die Hand eines jüngeren Freundes, des Hauptlehrers
G. W. BrıieLmarer aus Seibranz, vollendet und druckfertig gemacht
werden; sie wird wohl bald als Veröffentlichung vorliegen. BRIELMAIER
hat Kart Mürter auch auf Exkursionen begleitet und war dadurch noch
in besonderer Weise dazu bestimmt, seine Nachfolge bei der Vollendung
des Kartenblatts Kißlegg anzutreten.
Karı MüLLer hat seine Aufmerksamkeit auch den Beziehungen der
von ihm beobachteten Pflanzen zu den Bodenverhältnissen zugewandt.
Schon früh arbeitete er sich in die Geologie der von ihm untersuchten
Gebiete der Schwäbischen Alb ein; später, in der Zeit, in der er bei
unseren Kartierungen tätig war, ließ er sich die Verbindung mit der
modernen Bodenkunde angelegen sein. Als Sammler von Petrefakten
des Weißen Jura hatte er ein ungemein glückliches Auge und außerordentliches
Geschick bei der Präparation, so daß die zwei Sammlungen,
die die Stadt Ulm und das Staatliche Museum für Naturkunde in
Stuttgart erwarben, Kabinettstücke darstellen, aus denen sich die
Ammoniten, Seeigel und Nerineen besonders hervorheben.
Karı MüLLeEr entstammte einer oberschwäbischen Bauernfamilie, Er
wurde am 11. April 1893 in Ebenweiler (Kreis Saulgau) geboren. Im
Lehrerseminar Saulgau (1907—1913) empfing er durch den Botaniklehrer
FiEiscHER viele Anregungen und begann, sich in die Pflanzenwelt
der Heimat einzuarbeiten. Im ersten Weltkrieg wurde er schwer verwundet,
Nach seiner Genesung kam er 1917 nach Delkhofen (Kreis
Tuttlingen), wo er von 1918 bis 1925 als Hauptlehrer tätig war und wo er
sich eingehend mit der Pflanzenwelt der Schwäbischen Alb beschäftigte,
nicht ohne seine Kenntnis im Land auch sonst überallhin zu erweitern,
auch durch Auslandsreisen in die Alpen, den Karst, das Mittelmeergebiet
und nach Südfrankreich, 1919 verheiratete er sich mit MArRıa WEILEDER;
zwei Söhne entstammen dieser Ehe, Von 1925 bis 1950 war er dann als
? Diese Zusammenstellung befindet sich jetzt im Staatlichen Museum für
Naturkunde in Stuttgart.