Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 121, 1966)

140

WALTER CARLE

in wechselnden Oxydationsstufen, Mangan als Oxid in Krusten aus. Vielleicht
stiegen auch mineralisierte Wässer von unten auf, da möglicherweise mehr
Eisen ausgeschieden wurde, als durch die aufgelöste Schicht in Freiheit gesetzt
 werden konnte. Vielleicht kann auch das Mangan aus der Tiefe hergeleitet
 werden.
Sollte dieser Deutungsversuch zu Recht bestehen, so böte diese so auffällig
zersetzte Schicht ein Zeugnis für Mineralwässer in erdgeschichtlicher Vergangenheit
 am Platz des heutigen Bades Mergentheim. Sie waren wohl anders
 zusammengesetzt als die heutigen Wässer, die einem riesigen Vorrat an
chlorid- und sulfathaltigen Porenwässern des Buntsandsteins entstammen.
Damals flossen wohl Hydrogenkarbonat-Säuerlinge. Doch konnten diese
Wässer auch salinar gewesen sein; schwach salzige Wässer aus dem damals
noch weniger versehrten Muschelkalk-Salinar hätten in den Untergrund einsickern
 können.
Als die Bank zersetzt wurde, muß die Tauber mindestens 50 m höher als
heute geflossen sein, also ist die Gesteinszerstörung spätestens in eine altpleistozäne
 Wärmezeit zu setzen; in Kaltzeiten ist wegen Bodengefrörnis
keine Grundwasser-Anreicherung und daher auch kein Grundwasser-Fließen
denkbar. Da der gesamten Bruchtektonik aus morphologischen Gründen vorquartäres
 Alter zugesprochen werden muß, dürfte die Zersetzung wohl ins
Jungtertiär gestellt werden. Zu dieser Zeit erlebte Süddeutschland einen
Höhepunkt seines Oberflächenvulkanismus; so alt dürften wohl auch die
peripheren Tiefenherde württembergisch Frankens sein, von deren Existenz
nur eine langfristige Kohlendioxid-Entgasung zeugt.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.