Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 121, 1966)

Stratigraphie auf den Fildern

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Untere (au) und mittlere (am) Arietenschichten

Vaihingen
Den vollständigsten Aufschluß der beiden Kalkbänke der unteren Arietenschichten
 brachte die Baugrube der Müllsammelstelle (Profil 4): 390 cm
über der Hauptsandsteinbank der Angulatenschichten liegt au I (= oberer
Angulatenkalk Fraas 1895 = Kupferfelsbank Frank 1930):
26 cm graublauer, schwach sandiger Kalkstein, Gryphäen
12 cm mergelige Zwischenschicht
L5 cm Horizont von mehr oder weniger verbackenen Konkretionen
aus dichtem, homogenem Kalk.
Nach 125 cm dunklem, schiefrigem Ton (au I/au II) folgt die insgesamt
170 cm mächtige au II (= Arietenkalkbank I Frank) mit folgender Gliederung:

am 198 cm dunkler, schiefriger Ton und Mergelton
{au II,3) 31cm grauer, harter, bröckelig zerfallender Kalkstein mit zahlreichen
Gryphäen
5 cm tonige, schiefrige Zwischenschicht
30 cm blaugrauer, harter kristalliner, bröckelig verwitternder Kalkstein
 mit Coroniceras rotiforme Sow. und Nautilus spec.
18 cm blaugrauer, harter, kristalliner, bröckelig verw. Kalkstein; Basis
mit Konkretionen aus dichtem Kalk
21 cm dunkler Schieferton
5 cm Mergel
7 cm Mergelkalk
4,5 cm dunkler, feinsandiger, bituminöser Ton
23 cm grauer, bankiger Kalkstein mit Muscheltrümmern
12 cm dunkler, sandiger, schiefriger Ton
10 cm Kalksteinbank oder statt dessen ein Horizont von Konkretioner
aus dichtem Kalk

(au IL 1)

au II zeigt demnach folgende Dreigliederung:
einen 50 cm starken Kern von kristallinem Kalk mit C. rotiforme (au II, 2);
eine 30 cm starke, obere Kalkbank mit Gryphäen (au II, 3); eine in feinsandige
 Tone eingebettete untere Kalkbank (au II, 1). Es sind zwei Horizonte
 von dichtem Kalk vorhanden: einer an der Basis von au II, 2, der
andere an der Basis von au II, 1; letzterer geht seitlich oft in eine 10 cm
starke Kalkbank über. 198 cm dunkle, schiefrige Tone und Mergeltone
schließen das Profil ab, die oberen Arietenschichten fehlen.
In den übrigen Aufschlüssen von Vaihingen (Tab. Nr. 1-16; Profile 2; 7)
steigt die Mächtigkeit von au I teilweise bis auf 50 cm; 50-75 cm, wie
Fraas (1895) angibt, wurden aber nirgends gemessen. Verwittert (gelblichbraune-rostige
 Verfärbung) zerfällt au I schließlich in ein Lager von grauen
Kalkbrocken. In fast allen Aufschlüssen war wenige cm unter der Basis von
au I eine Lage von Konkretionen aus dichtem Kalk festzustellen.

* Alle eingerückten Textprofile sind, wie üblich, von oben nach unten gegliedert.
            
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