Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 121, 1966)

Schichtlagerung auf Blatt Reutlingen

IK

mit einem Stern markiert, um sie als Orientierungspunkte besonders hervorzuheben.


3. Lagerungsstörungen
Die Tektonik des Untersuchungsgebietes mit ihrer herzynisch streichenden
 Achalm-Verwerfung wurde in früheren Arbeiten von Fraas (1902),
LANG (1913, S. 216-218), KOMMERELL (1924 und 1926, S. 36-45) beschrieben.
 FraAs (1902) hat auf unvollkommener topographischer Unterlage der
Karte 1 : 50 000 gearbeitet. Für LAnc (1913) kam es mehr darauf an, wie am
Hohenzollern auch bei der Achalm die Erscheinung der „Inversion des Reliefs“
 nachzuweisen. Nach GwIinNnEr (1961, S. 26) soll die Achalm-Verwerfung
 ein kleiner Graben in herzynischer Richtung sein. Letzteres trifft nicht
zu, denn die Achalm-Verwerfung erscheint auf der Strukturkarte nicht als
Grabenbruch, sondern im Bereich der Stadt Eningen als Mulde, die durch
Summierung mehrerer schiefwinkelig zu der Achalm-Verwerfung streichender
 Störungen zustande kommt.
Die bislang auf dem Blattgebiet Reutlingen NE (7521) erkannten Lagerungsstörungen
 sind:

a) Achalm-Verwerfung
Die Achalm-Verwerfung quert das Albvorland, den Albtrauf sowie einen
kleinen Teil der Albhochfläche in herzynischer Richtung, wobei die S-Scholle
tektonisch tiefer liegt. LANG (1913) gibt überhaupt keine Fixpunkte von der
Achalm-Verwerfung an und vermutet, daß sie sich ca. 750 m westlich vom
Eninger Friedhof gabelt und in zwei Ästen nördlich und südlich an der
Achalm vorbeistreicht. FRAAs (1902) 1äßt in dem Verlauf der Verwerfungslinie
 einen beträchtlichen Spielraum (etwa Pfarrhaus Eningen — Alte Steige).
Beide Autoren nehmen die Hauptlinie der Achalm-Verwerfung südlich von

„SE

en
fin

ira

Abb. 2. Die Achalm-Verwerfung ist im ersten Steinbruch auf der Albhochfläche
neben der Straße von Eningen nach St. Johann (Neue St. Johanner-Steige) Blatt
Reutlingen NE 7521, (R 3521.950, H 5372.200) aufgeschlossen. Hier ist die Grenze
Weißjura y/S gegen die Grenze Weißjura 83/54 verworfen.
G = Glaukonitbank =Grenze Weißjura 8ö3/d,, Sprungbetrag mindestens 40-45 m.
Jahreshefte d. Vereins f, vaterl. Naturkunde i. Württ, 1966
            
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