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gehalten; in Schorndorf, Oberensingen (Nürtingen) und Eßlingen.
Weiterhin wurden Vorträge gehalten in der Bauernschule Markgröningen
und eine fünfstündige Vortragsreihe in der Volkshochschule
Ludwigsburg,
Veröffentlichungen,
Im Lauf des Jahres erschienen folgende Veröffentlichungen über Vogelschutz
und Vogelforschung:
SCHÜZ, E., Kampf der Elster! Württembergisches Wochenblatt für Landwirtschaft.
Heft 18, 1949.
Merkblatt Nr. 6. Hilfe für Freund Adebar (SCHÜZ).
Merkblatt Nr. 7. Sperlingsabwehr (SCHÜZ).
LÖHRL, H., Der Nutzen unserer Meisen im Jahreslauf, Obst- und Gartenbau,
September 1949.
Unsere Spechte als Helfer bei der Schädlingsbekämpfung. Obst- und
Gartenbau, Oktober 1949.
Hilfe für unsere Höhlenbrüter. Obst- und Gartenbau, Dezember 1949.
Vogelschutz, Festschrift anläßlich des Landesobstbautags Ludwigsburg.
Polygynie, Sprengung der Ehegemeinschaft und Adoption beim Halsbandfliegenschnäpper.
Die Vogelwarte, Heft 2, 1949,
Über Verluste im Nest kleinerer. Höhlenbrüter durch Fliegenmaden und
andere Ursachen. Die Vogelwarte, Heft 2. 1949.
Löhrl.
Folgen der Trockenheit im Jahre 1949 an Pflanzen usw.
Vom Gauobmann des Schwäbischen Albvereins e. V., Heuberg-Baar-Gau, ist
folgender Bericht eingegangen:
An Herrn
Professor Dr. Hans Schwenkel
Ludwigsburg
Tuttlingen, den 10. März 1950.
Karlstraße 29,
Lieber Herr Schwenkel!
Die lang anhaltende Trockenheit des letzten Sommers hat sich sehr nachteilig
in der gesamten Pflanzenwelt ausgewirkt. Schon im Juli waren die zarteren
Pflanzen der Felsflora verdorrt. Die Sonneneinstrahlung in-die Kessel und Mulden
der Südhänge erzeugte wüstenhafte, noch nie dagewesene Temperaturen, Nur
ganz harte, Hitze und Trockenheit ertragende Pflanzen und Gräser hielten etwas
länger stand, aber auch sie fielen schließlich der Trockenheit zum Opfer. Im
August war die ganze Vegetation an den Felsen erstorben. Sogar Sträucher verloren
ihre Blätter. Ab und zu verfärbten sich die Buchen und warfen ihre Blätter
ab, und man stand beim Anblick all dieser Erscheinungen unter dem Eindruck des
Herhstvorganges in der Natur.
Noch katastrophaler wirkte sich die Trockenheit auf der Karsthochfläche des
Heubergs aus. An eine Öhmdernte war nicht zu denken. Die Wiesen waren
dort oben in einer nie gekannten Weise von der Sonne ausgebrannt. Der Boden
war hart wie Zement und zeigte Spalten und Risse oft bis zu 50 cm Tiefe und
5 bis 10 cm Breite. Nur ganz harte Gräser konnten sich noch behaupten und
bildeten Bulte wie in einem Ried, dazwischen war die Grasnarbe völlig abgestorben
und verdorrt. Das Getreide blieb niedrig, namentlich die Wintergerste.
Viele Pflanzen konnten sich nur zwerghaft entwickeln. Die Blütezeit war gegenüber
Normaljahren wesentlich verkürzt. die Blüten blieben oft klein und unschein-