Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 121, 1966)

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WALTER CARLE

und sich in der weiten äußeren Stube ausbreitete; doch wurde stets nur aus
dem Stüblein gefördert.
Nach erfolgtem Neubau der Solefassung wurde das großartige Schöpfhaus
errichtet (Abb. 16). Acht mächtige Holzpfeiler trugen eine von einem Haus
überdeckte rechteckige Bühne. In dieser Brunnenhütte arbeiteten die 12
Schöpfknechte, vor den Unbilden der Witterung bewahrt; der Arbeitsraum
konnte durch zwei Öfen beheizt werden. An beiden Langseiten der Gießhütte
 waren Schöpfgalgen angebracht, auf jeder Seite sechs. Die vollen

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Abb. 16. Haalbrunnen 1716, Aquarellierte Federzeichnung. Sole überschwemmt
die äußere Stube, daher Stüblein nicht sichtbar. Über dem Brunnen die Schöpfhütte;
 auf jeder Seite 6 Schöpfgalgen. Unter der Hütte sind die hölzernen Schöpfgölten
 sichtbar. Archiv der Stadt Hall.

Eimer wurden in Gießtröge ausgeleert; die Sole floß in auf hohen Stelzen
ruhenden Holzrinnen nach Art der Aquädukte zu den einzelnen Haalhäusern.
 Man fragt sich, warum man sich nicht eines technisch fortgeschritteneren
 Instrumentes, eines Tretrades mit Eimerketten, bediente; dies lag in
menschlichem Unvermögen begründet, denn die Tretarbeiter wurden bei
längerem Betriebe einer solchen Maschine schwindelig.
Dieses Brunnenhaus war der große Stolz der Salzstadt. Es ist auf vielen
Stichen zu sehen; es schmückt auch die zur Feier der Brunneneinweihung
geschlagene Denkmünze. Stolz, Freude und Dankbarkeit schlugen sich auch
            
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