Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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Füsse acht; die‘ vier vordern am Rande des Körpers ent- 
springend, mässig stark, mit 6 Gliedern, deren letztes die Haft- 
scheibe trägt; an den Gelenken stehen einzelne kurze Borsten. 
Das dritte Paar der Füsse entspringt am Bauche, ist sehr stark 
und lang und endigt bei dem Männchen in eine sehr lange Borste 
und eine kurzgestielte Haftscheibe, beim Weibchen dagegen in 2 
lange Borsten ohne Haftscheibe ; das Ate Fusspaar steht nach 
innen am dritten, ist‘ viel kürzer und schwächer als die ührigen 
und endigt bei beiden Geschlechtern in eine Haftscheibe und ein 
feines, dünnes Haar. 
Der Hinterleib des Weibchens ist abgerundet und mit 2 Borsten 
yon mässiger Kürze besetzt; der des Männchens dagegen hat 2 
grosse und dicke Fortsätze, deren jeder eine grössere und drei 
kleinere Borsten trägt. 
Körperlänge der grössten Individuen: 0,15 par. Linie, Breite 
0,11—0.13. 
Die-Unterschiede zwischen der Milbe des Rindes und der des 
Pferdes sind folgende : bei der Pferdemilbe entspringen die hintern 
Füsse am Rande des Körpers, nicht am Bauche ; die Pferdemilbe ist 
grösser (0,22 Linien lang und 0,16 breit), und hat- am dritten 
Fusspaar eine Haftscheibe und zwei lange Borsten, am vierten 
Fusspaar dagegen keine Haftscheibe, sondern blos 2 feine Haare. 
Die Krätzmilben des Rindes bewegen sich in der Wärme 
ziemlich lebhaft; mehrere wurden in der Begattung gefunden, 
welche wie bei den übrigen Krätzmilben durch Annäherung des Hin- 
terleibes geschieht, so dass die Köpfe nach entgegengeselzter 
Richtung sehen; abweichend von andern Species fand ich in 
mehreren solchen Fällen das Weibchen kleiner als das Männchen, 
letzteres aber wie gewöhnlich lebhafter; bei den jungen Milben 
scheint entweder das vierte Fusspaar zu fehlen oder von dem 
Hinterleib ganz bedeckt zu sein. 
Beim Gehen sind vorzugsweise die 4 vordern Füsse thätig; 
das Ate Paar schiebt den hintern Theil des Körpers etwas näch, 
allein das dritte,‘ am stärksten entwickelte Fusspaar wird blos mit- 
geschleppt; nicht selten hebt die Milbe das ganze Hintertheil frei 
empor, wie‘ dies manche Insecten z. B. die Stubenfliegen häufig 
thun. 
Württb. naturw. Jahreshefte, 14845, 
Q
	        

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