Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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langen , meist etwas gebogenen Kopf, hoch aufgesetzten Schwanen- 
hals, langen, schlanken Leib, etwas gesenkte Kruppe und hohe; 
im Gange stark erhabene Füsse aus; sie zeigle grosse Gelehrig- 
keit und ausgezeichnete Befähigung‘ zu der ehemals so schwung- 
haft betriebenen Schulreiterei. Die schönste und beste Race 
soll in Andalusien gewesen und vielfach zur Bildung und Ver- 
edlung anderer‘ Pferdezuchten verwendet worden sein, die noch 
jetzt Spuren dieser Abstammung an sich tragen, wie z. B. die 
neapolitanische Race, ‘die Pferde mehrerer ungarischer Ge- 
stütle u: s. w. In heutiger Zeit ist diese Race ‘sehr 'herabgekom- 
men und fast ganz verschwunden. (S. Fig. 7.) 
3) Diemecklenburgische Pferderace, seit länge mit 
grosser Sorgfalt gezüchtet, ist gross, Stark und kräftig, hat einen 
gut. geformten Kopf, hoch äufgesetzten Hals, gedrungenen ‚Leib, 
kräftige, runde Kruppe' mit gut angesetztem Schweife und Kkraft- 
volle stämmige Füsse, sie besitzt gelassenes Temperament , vielen 
guten Willen und Kraft und Ausdauer in den Bewegungen. Die 
ältere Race zeigte diese Eigenschaften in besonders hohem Grade 
und wurde sehr geschätzt, die neuere Zucht ist mit englischer 
vermischt , übrigens ist die mecklenburgische Pferderace für den 
Reit- und‘ Wagendienst sehr brauchbar.‘ (S. Fig. 8.) 
4) Die flandrische Race ist sehr gross, stark und schwer 
und vorzugsweise zum Lastzuge geeignet. . Sie hät einen grossen 
Kopf, starken , kurzen Hals, fleischige Schultern , sehr breite Brust, 
liefen Leib, breites, gespaltenes Kreuz, niedrig angesetzten, dick 
behaarten Schweif und stämmige, starke Füsse, sie wird meist 
blos zum Frachtfuhrwerke verwendet. (S. Fig. 10). ' Diese Eigen- 
thümlichkeiten der Grösse, Stärke und Schwere und hauptsäch- 
licher Befähigung zum schweren Zuge: theilen auch die frie- 
sische Race, die burgüundische Race u. a., "die zum Theil 
auch unter einander verwandt sein mögen. (S. Fig. 9). 
5) Die dänische Pferderace ist von Mittelgrösse , aber 
stark und kräftig, sie zeichnet sich durch einen eLwas grossen, 
aber sonst gut geformten‘ Kopf, starken, hoch aufgesetzten Hals, 
breite Brust, gedrungenen Leib, runde, kraftvolle Kruppe und 
stämmige , gutgestellte Füsse aus’, sie hat kraftvolle und dauernde 
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