Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 1-2, 1845-1846)

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als ’auch rein privatim betrieben, hier genannt zu werden, als 
die hannöver’sche, die preussische, die braunschweigische , die 
oldenburgische , die zweibrückische, die bairische, die würliem- 
bergische , die sächsische, die badische, die hessische, die böh- 
mische, die mährische, die salzburgische und zum Theil auch 
die schweizerische Pferdezucht, indem sie eine gewisse Origina- 
lität erlangt haben und die Eigenthümlichkeiten der Racen, durch 
welche sie gebildet wurden, so nützlich mit den nationalen Eigen- 
schaften vereint darstellen, dass sie den Bedürfnissen ihrer Oert- 
lichkeit ganz gut entsprechen. Auf solche Weise sieht man die 
arabischen, englischen, spanischen, ungarischen, polnischen , rus- 
sischen und friesischen Raceeigenthümlichkeiten vorlheilhaft in den 
deutschen Pferdeschlägen hervortreten und für besondere Be- 
dürfnisse benützt. 
[1l. Kleine Mittheilungen. 
Beobachtungen über Zugvögel im Winter 1844—45. 
Seine Hoheit, der Herr Herzog Paul Wilhelm von Würt- 
temberg gab in einem, so eben an den Unterzeichneten gelangten Schreiben 
nachfolgende interessante ‚Notizen über ungewöhnliche Erscheinungen von 
Vögeln im verflossenen Winter, welche wir nicht säumen hier mitzutheilen, 
„Die grossen Züge gewisser Vögel, welche nicht zu den. regelmässigen 
Zugvögeln gehören, scheinen immer die Vorzeichen wichtiger klimatischer Er- 
eignisse zu sein. Auffallend war namentlich im verflossenen Spätjahr das 
Erscheinen ganzer Schaaren von gefleckten Nusshackern (Nucifraga caryoca- 
tactes Briss.). Dieser Vogel erscheint gewöhnlich nur sporadisch im südlichen 
Deutschland und ist selbst da, wo er sich das ganze Jahr über aufhält, nur 
in kleinen Familien vorhanden, In den Monaten September und Octo'er 1844 
aber erschien er im mittleren und südlichen Deutschland in ungewöhnlicher 
Zahl, und selbst haufenweise und verbreitete sich ohne Unterschied der Gegen- 
den eine geraume Zeit lang in dem Lande. Ohne Zweifel stand diess mit 
dem strengen Character des darauf gefolgten Winters im Zusammenhang, 
Zu wünschen wäre, dass vorzugsweise die Landwirthe, welche der Natur 
näher stehen, als Andere und deren Wahrnehmung Erscheinungen dieser Art 
nicht entgehen können, sich schon im eigenen Interesse entschliessen möchten, 
Thatsachen dieser Art zu beachten und so ein Material sammeln zu helfen, 
das für die wissenschaftlichen wie die practischen Interessen gleich wichtig 
ist, Das Studium der Natur und namentlich derjenigen prophetischen Gabe, 
Welche dem Instinkt gewisser Thiere durch die Fürsorge der auch über sie 
Wachenden Vorsehung zu ihrer Erhaltung eingeprägt ist, sollte der Mensch 
nicht unbeachtet vorübergleiten lassen, ohne daraus Nutzen zu ziehen, Hätten
	        

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