— 159 —
Dr. 6. Leube erinnert bei dieser Veranlassung an die schon
seit 6 Jahren zu Ulm bestehende Fabrik hydraulischen Kalks,
Welcher grossen Absatz nach Oestreich geniesse und ausserhalb
Württemberg bekannter, als in Württemberg zu sein scheine. Er
erhärtet schon nach 10 Minuten und ist ebenso zu Wasserbaulen
wie zu Hochbauten anwendbar, was Plieninger auf den Grund
früher damit angestelller Versuche bestätigt. Letzterer fügt noch
bei, dass die Vorzüge des englischen wie des Hamburger und
Westphälischen Cements vornehmlich auf dem vorgängigen Aus-
glühen des reinen Quarzsandes zu beruhen scheinen, weil der
Sand hierdurch aufgeschlossen und zur Bildung eines Silicats mit
den Bestandtheilen des Cementsteins geeigneter wird.
Ferner zeigte Professor Dr. Plieninger ein Exemplar
der in den „Beiträgen zur Palaeontologie Württembergs“ S.
90 von ihm bereits erwähnten Reliefs im feinkörnigen Keuper-
sandstein bei Stuttgart vor. Diese Reliefs bestehen in 1 Zoll
langen, *% bis 1 Linie dicken Sandsteincylindern, welche ‚auf
der untern Fläche plattenförmiger Sandsteinschichten in die
unterlagernde weiche Mergelschichte bald senkrecht, bald schief
hineinragen, dichtgedrängt stehen, in die Sandsteinplatten ho-
mogen verlaufen, dagegen an dem entgegengesetzten Ende stets
köcherförmig abgerundet sind , nesterweise vorkommen, indem sie
1 bis 2‘ ins Gevierte haltende Strecken der Sandsteinfläche be-
decken und nach Abtrennung des Mergels cylinderförmige Stummeln
zurücklassen, welche mehr oder weniger über die Oberfläche des
Steins hervorragen, nachdem der übrige Verlauf der Cylinder mit
dem Mergel abgeschlagen ist. Im Hinblick auf die a. o. O.
geäusserte die Bildung dieser Cylinder noch am wahrscheinlichsten
erklärende Hypothese, dass sie nämlich die mit feinkörnigem
Sande ausgefüllte Röhren von Schlammbewohnern sein mögen,
Welche ähnlich mit Nais tubifex zusammen wohnten, schlägt der-
selbe vorerst die Bezeichnung dieser Formen mit Tubifex anli-
quus vor. (S. d. Abb. Taf. I, Fig. 5.)
MWIE. Apotheker Lechler von Stultgart theilte der Ver-
sammlung mit, dass die Flora von Württemberg durch 5, während